Kinder aller religiösen Schattierungen
Gerade mal ein halbes Jahrzehnt ist der Jüdische Kinderhort Ganon alt, und doch hat er in dieser kurzen Zeitspanne bereits einiges erlebt. Zum Beispiel zwei Umzüge: Begonnen hat alles in einer zur Verfügung gestellten Räumlichkeit in einem leer stehenden Haus an der Friedrichsgasse, pünktlich zum neuen Schuljahr 2005. «Viele Eltern wünschten sich damals eine Kinderbetreuung, welche vor dem Kindergartenalter beginnt. Wir waren mutig und starteten das Projekt des Ganons, wie man heute sehen kann mit Erfolg», erinnert sich Lea Karger, Mitgründerin und Leiterin des Ganon Basel zurück an die Anfangszeit. Drei Kinder kamen in dieser Anfangsphase in die Kinderkrippe, doch die Anzahl der Anmeldungen wuchs schnell, und so wechselte der Ganon seinen Standort kurze Zeit später in eine von der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) bezahlte Zwei-Zimmer-Wohnung im Haus Eden. Zum bisher letzten Mal zügelte der Ganon schliesslich im Jahr 2007, als die Krippe ihr Zuhause auf dem Areal der IGB beziehen durfte. Seither ist der Ganon mit 15 Kindern ständig voll besetzt. «Diese Anzahl an Kindern ist vom Staat vorgegeben, da genau ausgerechnet wird, wie viele Kinder pro Quadratmeter der Räumlichkeit Platz haben dürfen», erklärt Karger. «Durch diese begrenzte Anzahl gab es auch schon Zeiten, in denen wir Kinder auf eine Warteliste setzen mussten.»
Erste Kontakte und sozialer Umgang
Die aktuell 15 Kinder sind im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Die meisten stammen aus der IGB, dazu kommen einige aus der Israelitischen Religionsgesellschaft Basel. Hinzu kommen noch Kinder, dessen Familien künftig Mitglieder der IGB werden möchten.
«Die Durchmischung von Kindern aus Familien von rechts bis links funktioniert bestens», erzählt Lea Karger stolz. Die Kinder werden täglich von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr, an zwei Tagen sogar bis 17.00 Uhr, von zwei Betreuerinnen und einer Praktikantin betreut und bekommen Frühstück, ein ausgewogenes Mittagessen sowie einen Zvieri serviert. «Sie lernen auch jüdische Inhalte, spielen und singen viel miteinander. Wichtig ist der soziale Umgang und das Knüpfen erster Kontakte, denn der Ganon ist für die meisten der erste Ort ausserhalb des eigenen Zuhauses» beschreibt Karger die Abläufe des Ganons.
Kiddusch und Grillparty
Zum fünfjährigen Jubiläum gibt es an diesem Samstag, 28. August, in der Gemeinde nach dem Gottesdienst einen Kiddusch, welcher von privater Seite gesponsert wurde und an welchem Emmanuel Ullmann, Vater von zwei Ganon-Kindern, eine kurze Ansprache halten wird. Einen Tag später organisiert der Ganon eine Grillparty für alle aktuellen sowie ehemaligen Kinder, inklusive deren Familien. Der Ganonvorstand um Lea Karger, Marc Herz und Michael Sobol wird dabei die Gelegenheit nutzen, um den privaten Sponsoren und Stiftungen zu danken. Laurent Rueff
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