Keine schöne Kindergeschichte

October 22, 2009
Die Bilder in strengem Schwarzweiss, die Gesichter aus einer vergangenen Zeit: «Das weisse Band» des österreichischen Regisseurs Michael Haneke, im Mai mit der Goldenen Palme von Cannes ausgezeichnet, spielt 1913 im fiktiven Dorf Eichwald in Norddeutschland.
«DAS WEISSE BAND» ist am Donnerstag in Deutschschweizer Kinos angelaufen

Es herrscht Zucht und Ordnung: Der Pfarrer, der Gutsherr und der Arzt sind die Nobilitäten, die das Dorf und seine Bewohnerinnen und Bewohner beherrschen. Vor allem die Kinder werden durch körperliche Gewalt und öffentliche Blossstellung auf den vermeintlichen Pfad der Tugend gebracht. Doch dann beginnen sich seltsame Dinge zu ereignen: Felder werden zerstört, ein Kind wird entführt und misshandelt, eine Scheune geht in Flammen auf. Haneke ist eine beunruhige Studie über, wie er sagt, die «Perversion von Idealen, die man in soziale Regeln übersetzt» gelungen. Wie die Kinder von Eichwald 20 Jahre später agieren werden, kann sich der Zuschauer selbst denken. «Das weisse Band» ist am Donnerstag in Deutschschweizer Kinos angelaufen. [em]