Jüdische Eltern retten arabisches Kind

von Edgar Asher, October 9, 2008
In den vergangenen Wochen spielte sich im Kinder-Krankenhaus Schneider in Petach Tikwah ein Drama ab, das sich problemlos für eine der vielen am Fernsehen ausgestrahlten Ärzteserien geeignet hätte.

Amjed Omar, ein 9-jähriger arabischer Junge, der eine halbe Stunde von Tel Aviv entfernt lebt, litt unter einer chronischen Lebererkrankung, welche die Funktionen dieses Organs praktisch lahmgelegt hatte. Mitte November wurde Amjeds Zustand kritisch, und er musste in die Intensivstation von Schneider eingeliefert werden. Bald schon waren die behandelnden Ärzte sich einig darin, dass der Junge sterben würde, sollte man ihm nicht raschestens eine Leber einpflanzen können. Amjeds Mutter Latifa anerbot sich, einen Teil ihrer Leber zur Rettung des Sohnes zu spenden. Sie wurde im Operationssaal bereits auf den Eingriff vorbereitet, als vom Nationalen Transplantationszentrum ein Anruf eintraf: Man habe einen passenden Spender gefunden. Latifa wurde aus dem OP gefahren, und stattdessen verpflanzten die Chirurgen die gespendete Leber. Leider wurde das Organ vom Körper des Jungen abgestossen, und die Ärzte kehrten zum ursprünglichen Plan zurück. Zwei Tage vor der Operation aber teilte das Transplantationszentrum erneut mit, man habe einen Spender gefunden. Die Eltern des 18-jährigen Tomer Driham aus Kiryat Yam, der bei einem Motorrad-Unfall umgekommen war, hatten beschlossen, die Organe ihres Sohns zur Verpflanzung freizugeben. Der Eingriff wurde von Dr. Eitan Mor, dem Direktor der Einheit für Lebertransplantationen am Schneider-Krankenhaus, und seinem Team vorgenommen. Diesmal glückte die Operation. «Unsere Familie war einstimmig einverstanden, Tomers Organe zu spenden», sagte Yaffa, die Mutter des verunglückten Jungen. «Ich weiss, dass wir so das Leben mehrerer Menschen gerettet haben, und das tröstet uns ein wenig über unseren Verlust hinweg.» Nach Angaben von Mor macht Amjeds Heilungsprozess gute Fortschritte. «Alles verlief gemäss Plan, und wir hoffen, Amjed werde ein normales, produktives Leben führen können.»