«Jüdin mit Orangen» wieder in Polen

July 29, 2011
Das Bild «Jüdin mit Orangen» des polnischen Malers Aleksander Gierymski galt bis letztes Jahr als verschollen; das von den Nationalsozialisten 1944 aus dem Warschauer Nationalmuseum gestohlene Kunstwerk, ist nun wieder in Polen.

Von polnischen Sachverständigen wird der Wert des Gemäldes «Jüdin mit Orangen» auf rund eine halbe Million Euro beziffert. Nach mehr als sechzig Jahren war es im letzten Winter in einem kleinen deutschen Auktionshaus wieder aufgetaucht und sollte für ein Mindestgebot von 4400 Euro versteigert werden. Das nach Expertenaussagen schlecht renovierte Bild wurde zuerst für eine Kopie gehalten und wurde nur einen Tag vor der Auktion sichergestellt. Obwohl «Jüdin mit Orangen» rechtswidrig entwendet wurde, musste der polnische Staat das Bild zurückkaufen. Nach einem 2001 in Deutschland in Kraft getretenen Gesetz, verjährt Kunstdiebstahl nach 30 Jahren. Dies gilt nicht für Werke in öffentlichem, sondern für solche in privatem Besitz, wie dies bei Gierymskis Bild der Fall war. Der Kaufpreis habe jedoch weit unter dem realen Marktwert des Gemäldes gelegen, so der polnische Kulturminister Zdrojewski.[TA]