Jom-Haschoah-Feier in Genf
Die traditionelle Genfer Gedenkfeier zum Jom Haschoah wird dieses Jahr besonders symbolträchtig ausfallen: Der von den jüdischen Gemeinden Genfs organisierte Anlass wird unmittelbar vor dem Palais des Nations stattfinden, wo zur selben Zeit die Durban-Überprüfungskonferenz (Durban II) für den Kampf gegen Rassismus eröffnet wird. Die Konferenz hat im Vorfeld viel Anlass für viel Kritik gegeben, da in den Entwürfen der Abschlusserklärungen eine einseitige antiisraelische Tendenz sichtbar wurde. Die Konferenz wird unter anderem von Israel und den USA boykottiert. Ganz im ursprünglichen Sinne der Konferenz sollen im Rahmen der Gedenkfeier posthum die beiden Juristen René Cassin und Raphaël Lemkin geehrt werden, «die aufgrund der Erfahrungen der Schoah ihren Beitrag zu zwei für die Menschheit grundlegenden Rechtstexten geleistet haben». Cassin gilt als Vater der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und Lemkin war Hauptverfasser der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes. An dem Anlass werden prominente Redner erwartet, unter anderem der Philosoph Bernard-Henri Lévy, der Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel und der ehemalige kanadische Justizminister Irwin Cotier.
Montag, 20. April, 18.30 Uhr, Place des Nations, Genf.