Jede sechste Wohnung in den Gebieten
Die Standorte von über tausend der total 6000 neuen Wohneinheiten, für die das israelische Wohnbauministerium am Sonntag die Ausschreibungen veröffentlicht hat, befinden sich in der Westbank oder in Ostjerusalem. Nach Angaben des Ministeriums sollen in Har Homa, ein im Sechstagekrieg von 1967 erobertes Territorium im Süden von Jerusalem, 500 Wohnungen errichtet werden, 348 neue Wohnungen sollen in der Westbanksiedlung Betar Illit entstehen und 180 in Givat Zeev zwischen Jerusalem und Ramallah. Beobachter vermuten, dass die Regierung Netanyahu mit diesem Beschluss die Palästinenser für ihr erfolgreiches Unterfangen vom Oktober bestrafen will, Mitglied der Unesco zu werden. Die Bauarbeiten für die 6000 Wohnungen dies- und jenseits der «grünen Linie» sollen im Verlaufe eines Jahres in Angriff genommen werden. Bisherige Bauprojekte der israelischen Regierung in 1967 eroberten Gebieten haben nicht nur den Zorn der Palästinenser sondern auch heftige Kritik in der internationalen Völkergemeinschaft, einschliesslich der USA und der EU, ausgelöst. Verwirklicht worden sind diese Projekte in der Regel bisher aber trotzdem. [JU]