Israels Menschenrechte
Der Referent, der am gleichen Tag auch mit Interviews in der «Berner Zeitung» und im «Echo der Zeit» von Radio DRS eine Plattform erhielt, kritisierte namentlich die exzessive Gewaltanwendung der israelischen Armee, die auch scharfe Munition einsetze, wenn die Palästinenser «nur» mit Steinen bewaffnet seien. Menschenrechtsverletzungen ortete Felner aber auch seitens der palästinensischen Autoritäten, welche nicht verhinderten, dass sich Kinder in Gefahr begäben.
In der von Willi Herzig (Leiter der Auslandredaktion der «Basler Zeitung») geleiteten Diskussion hielt namentlich Frauke Lisa Seidensticker, Generalsekretärin der Schweizer Sektion von Amnesty International, nicht mit Kritik zurück. Es gelte zu untersuchen, ob sich Israel im Kampf gegen den Aufstand der Palästinenser nicht Kriegsverbrechen schuldig gemacht habe, meinte sie, die sich auch an der Berichterstattung der Schweizer Medien störte, weil diese zu sehr die offizielle israelische Optik zum Ausdruck brächten. Die Waadtländer FDP-Ständerätin Christiane Langenberger erklärte den palästinensischen Aufstand als Reaktion auf die Demütigungen, denen dieses Volk durch Israel ausgesetzt werde. Sie erwähnte unter anderem die ungesicherten Arbeitsplätze und die niedrigen Löhne im Vergleich zu den jüdischen Israelis. Für die Schweiz sei es «heikel», etwas zugunsten der Palästinenser zu unternehmen, da es zu vermeiden gelte, den Antisemitismus zu fördern. «Die Vergangenheit kann kein Grund sein zum Schweigen», meinte dazu Eitan Felner. Es tue ihm weh, dies als Israeli sagen zu müssen, aber Länder wie die Schweiz müssten konkrete Schritte unternehmen, um Israel zur Einhaltung der Menschenrechte zu bewegen. Sonst werde sein Land bald «nicht mehr zum Klub der westlichen Demokratien gehören». Die Fragen aus dem Publikum richteten sich vorwiegend an Eitan Felner, dem vorgehalten wurde, dass er nicht nur die israelischen, sondern auch palästinensische Menschenrechtsverletzungen anprangere.