«Israel braucht unsere Hilfe»

von Alexis Canem, October 9, 2008
Noch zu Lebzeiten hatte Ignatz Bubis s. A. die Idee, Keren Hayessod mit einem besonderen Projekt zu unterstützen. Er wollte in Givat Masua eine Tagesstätte für Kinder einrichten, die sonst tagsüber unbeaufsichtigt wären, weil beide Eltern arbeiten. Diesen Vorschlag griff Keren Hayessod Deutschland auf und begann im südwestlichen Teil Jerusalems, wo viele ärmere Einwanderer aus Nordafrika, der früheren Sowjetunion, Südamerika und Europa leben und die Kriminalrate höher als in anderen Stadtteilen ist, mit dem Bau eines nach dem verstorbenen Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland benannten «Ignatz Bubis Tageszentrum», damit die Kinder bessere Chancen für die Zukunft haben.

Zuschüsse für dieses Projekt wurden erneut in Frankfurt a. Main, der nach Berlin zweiten Station der diesjährigen Maghbit-Eröffnung neben den allgemeinen Spenden gesammelt.
«Nach wie vor», so der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Dr. Salomon Korn, «braucht Israel unsere Hilfe.» Ohne die Zuwanderer kann der Staat bei der ständig steigenden Geburtenzunahme der arabischen Bevölkerung das Gleichgewicht nicht halten. Doch mit den Neuen steigen auch die Probleme. «Hier müssen wir unterstützend eingreifen», so Korn. Doch geht dies kaum ohne die ehrenamtliche Tätigkeit. Gegenwärtig, betonen Ralph Hofmann, Vorsitzender des Keren Hayessod Deutschland und Gad Ben-Ari, Generaldirektor des Keren Hayessod Jerusalem, hat der Verein «grosse Sorgen mit dem Nachwuchs». Beide riefen in Frankfurt die jüngeren Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft auf, sich stärker zu engagieren.
Seit seiner Gründung vor achtzig Jahren hat der Keren Hayessod gemeinsam mit der Jewish Agency Millionen von Einwanderer nach Eretz Palästina und später Israel gebracht. Er half entscheidend mit, den jüdischen Staat aufzubauen, ermöglichte die erfolgreiche Absorption der Menschen, die aus den unterschiedlichsten Kulturen kamen. Ohne den Verein wäre das israelische Kulturleben lange nicht so reichhaltig wie gegenwärtig. So zum Beispiel geht u. a. die Gründung des Israel Philharmonic Orchesters, eines der besten der Welt, auf eine Gründung durch den Keren Hayessod zurück. Hunderte von Projekten werden gegenwärtig gefördert. Und noch immer müssen Juden, die sich in Gefahrensituationen befinden, gerettet und nach Israel geholt werden.
Keren Hayessod ermöglicht hierbei manche Aktion durch Spendengelder. «Heute» betont Yitzchak Mayer, Botschafter Israels in der Schweiz, der als Gastsprecher nach Frankfurt a. Main kam, «ist Israel nach der USA das erste Land in High Tech» und sprach über viele grossartige Erfolge. Vor allem jedoch wurde immer wieder betont, dass die in der Diaspora lebenden jüdischen Menschen ein Israel brauchen, das immer bereit ist, Juden aufzunehmen. Jeder muss sich dabei aber auch seiner Pflicht bewusst sein, dem Land Hilfestellung zu geben. Eine Möglichkeit dazu bieten Keren Hayessod und die Jewish Agency.