Irving Moskowitz gerät ins Schwitzen

von Akiva Eldar, October 9, 2008
Auf eine «Reihe fragwürdiger Praktiken» des jüdischen Multimillionärs Irving Moskowitz weist der umfangreiche Bericht einer Revisionskommission der Legislativen von Kalifornien hin. In Israel unterstützt Moskowitz Projekte der Siedler, wie z.B. in Abu Dis oder im Ost-Jerusalemer Viertel von Ras al Amud.
Irving Moskowitz: Finanzierung rechtsextremer israelischer Organisationen. - Foto KY

Im Mittelpunkt des 150-seitigen Berichts der Revisionskommission steht das Projekt Irving Moskowitz’, in dem unterentwickelten, vor allem von lateinamerikanischen Menschen bewohnten Hawaiian Gardens 19 km südöstlich von Los Angeles ein Casino zu bauen.
Vor rund 20 Jahren soll die Entwicklungsagentur der Stadt begonnen haben, eine grösstenteils unbenutzte Region «kommerziell nutzbaren Landes» zu erschliessen. Man hoffte, so der Wirtschaft Impulse zu verleihen und «Schandflecke» aus dem Bild der Stadt zu eliminieren. Moskowitz, dem das Land gehörte, öffnete einen «Kartenclub» an der Stätte, um, wie es im Bericht heisst, «einen Bingoclub zu ergänzen, der seit vielen Jahren als praktisches Monopol von der Irving Moskowitz Foundation (IMF) betrieben worden war». Ferner liest man in dem Bericht: «Hawaiian Gardens ist ein Beispiel dafür, wie Dinge falsch laufen können, wenn die Erschliessung dem Wohle eines Einzelnen dient und nicht der Gemeinschaft als Ganzes.» Die Kommission fand Beweise dafür, dass Hawaiian Gardens von durch Moskowitz kontrollierte Gremien beträchtliche Zahlungen und Darlehen erhalten hat und noch erhält.
«Eine Stadt», so liest man in dem Bericht weiter, «die vor fast 20 Jahren ein wirtschaftliches Förderungsprogramm lanciert hat, hat für all seine Bemühungen recht wenig vorzuzeigen, sieht man einmal ab von unangebrachten Spieletablissements, rund 12 Mio. Dollar an Ausgaben aus öffentlichen Quellen, sowie einer finanziellen Abhängigkeit vom Wohlwollen eines Besitzers/Erschliessers, der illegal subventionierte Spielhöllen betreibt.» Der Bericht unterstreicht ferner, dass die Gesetze des US-Staates Kalifornien die Benutzung von Erschliessungsgeldern für die Subvention von Spielsalons verbieten. Trotzdem aber sollen Moskowitz und seine Agenturen in Kooperation mit der Stadt und der Entwicklungsagentur diese Subventionen realisiert haben.
Moskowitz’ Anwälte erklärten der Kommission, ihr Klient würde so lange nicht auf den Bericht reagieren, wie die Kommission ihren Teil einer Verpflichtung zur Zusammenarbeit zwischen den Seiten erfüllt hat. Rabbi Haim Dov Beliak, Koordinator der Koalition für Gerechtigkeit in Hawaiian Gardens, verlangt von Moskowitz die Rückgabe der öffentlichen, in das Kasino investierten Gelder an die Stadt. Beliak verlangt von den Behörden auch die Annullierung der Lizenz, die Moskowitz für die Betreibung des Bingoclubs in der Stadt besitzt.
In einer Presseverlautbarung gab die Koalition für Gerechtigkeit bekannt, dass sie Gelder für Projekte sammelt, um der Stadt zu helfen, «den von Moskowitz verursachten wirtschaftlichen und sozialen Schaden zu beheben». Moskowitz habe, wie Rabbi Beliak unterstreicht, die Erträge aus dem Bingoclub zur Stärkung seiner Position in Hawaiian Gardens sowie «zur Finanzierung rechtsextremer israelischer Organisationen» benutzt.

Haaretz