Integration der Religionsgemeinschaften
Mit den Einwanderern haben sich in der Schweiz neue Religionsgemeinschaften niedergelassen. So finden sich heute neben Protestanten, Katholiken und Juden vor allem auch russisch- oder griechisch-orthodoxe Christen, Hindus, Buddhisten sowie Muslime verschiedener Richtungen in unserem Land. Diese neue Situation hat das Thema Religion wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Dem Staat und der Gesellschaft stellen sich neue Probleme: Wie lassen sich die verschiedenen neuen Religionsgemeinschaften erfolgreich in die Schweiz integrieren? Wie verständigen sich die verschiedenen Religionen untereinander und wie mit den nicht religiösen Bevölkerungsanteilen? Muss der Staat sein Verhältnis zur Religion und den Religionen überdenken und eine aktivere Rolle spielen als bisher? Um diese Fragen zu beantworten, hat der Bundesrat am 2. Dezember 2005 das Nationale Forschungsprogramm «Religionen in der Schweiz», auch NFP 58 genannt, bewilligt und mit zehn Millionen Franken dotiert. Die Forschungsprojekte laufen drei Jahre und haben zum Ziel, die grundlegenden Veränderungen in der Religiosität der Einzelnen und der religiösen Landschaft zu untersuchen. Sie wollen Grundlagen für die Gestaltung von Religions- und Bildungspolitik liefern und analysieren, wie das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaften, aber auch religiöser und nicht religiöser Menschen gefördert werden kann. An 28 bewilligten Projekten beteiligen sich Forschende aus Religionswissenschaft, Soziologie, Geschichte, Theologie, Ethnologie, Islamwissenschaft, Tibetologie, Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Pädagogik, Sozialpädagogik und Gerontologie. [ND]