In Gottes Namen

Von Valerie Wendenburg, September 2, 2011
Im Basler Stadtcasino fand Anfang dieser Woche eine dreitägige Konferenz zum Thema «Gemeinsam für die Sache Jerusalems» statt, organisiert von der Allianz für internationales Recht in Jerusalem. Hauptredner und Motor des Anlasses war Jacques Gauthier, der das Recht der Juden auf Jerusalem zu seinem persönlichen Anliegen gemacht hat.
ANGEREGTE GRUPPENARBEIT Jüdische Teilnehmer der Konferenz formulieren ihre Anliegen

Der Advokat aus Toronto versteht es, die Anwesenden mit seinen Worten in den Bann zu ziehen. An der Abschlussveranstaltung der Konferenz, die von Montag bis Mittwoch im Stadtcasino Basel stattfand (vgl. tachles 34/11), sprach Jacques Gauthier zu den rund 60 Anwesenden voller Enthusiasmus. Er als Jurist stehe «für die Gerechtigkeit» an diesem Kongress ein, wobei er damit Gerechtigkeit für Jerusalem meint und den Anspruch Israels und der Juden auf die Stadt. Gauthier spricht von der «historischen Wahrheit», mit Hilfe welcher er allgemein geläufige Aussagen wie die, «dass Zionisten palästinensisches Land gestohlen haben» widerlegen könne. Gemeinsam sollten alle Anwesenden für «die Souveränität der antiken Stadt Jerusalem und seine historischen, religiösen, politischen und rechtlichen Anrechte» einstehen.

Signal an die Welt

Hansjörg Bischof, nationaler Schweizer Direktor der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem, hat den Anlass vor Ort organisiert, er betont: «Wir sind in Gottes Namen zusammengekommen und danken dem Allmächtigen für seine Gegenwart». Bischof und Gauthier stehen zusammen ein für das Recht der Juden an Jerusalem – und beide möchten «ein Signal an die Welt senden». Zu diesem Zweck wurden alle Anwesenden aufgefordert, sich in verschiedene Gruppen (Juden getrennt von Nichtjuden) aufzuteilen, um gemeinsam auszuformulieren, was getan werden könne, um «die Tore Jerusalems in jüdischen Händen zu belassen» und «das Ende der Heimatlosigkeit des jüdischen Volkes zu erreichen». Die anwesenden Juden, die in der Minderzahl waren, wurden gebeten, ihre Anliegen zu formulieren, denn, so Gauthier: «Wir können euch helfen, Jerusalem gehört euch.» 

Ein Startschuss

Im Nachgang der Konferenz, so das Anliegen aller Anwesenden, solle aus den verschiedenen geäusserten Anliegen eine Deklaration verfasst werden, die in verschiedenen Sprachen übersetzt vor allem übers Internet verbreitet werden soll. Ferner wollen Jacques Gauthier und weitere Mitglieder der Allianz für internationales Recht in Jerusalem Vorträge in den USA, Europa und Israel halten. Gauthier will am 14. September zum Thema Jerusalem vor dem US-Kongress sprechen – kurz vor der Uno-Abstimmung über die Anerkennung eines Palästinenserstaats. Die Organisatoren und die Teilnehmer der Konferenz wirken engagiert und sehen die Tagung im Stadtcasino als einen Beginn für weitere Aktionen für das Recht Israels und der Juden auf Jerusalem. Unterstützung von der israelischen Botschaft in Bern haben sie bisher indes keine bekommen: Auf Nachfrage erfuhr tachles, dass Botschafter Ilan Elgar zwar im Vorfeld von der Konferenz gewusst habe, aber niemand aus der Botschaft teilgenommen oder die Organisation in irgendeiner Form unterstützt habe.