«In Deutschland gibt es nicht nur Glatzköpfe»
Botschafter Dressler sprach im Rahmen einer Einweihungszeremonie, die die Europa-Abteilung des Keren Kayemeth Leisrael (KKL) für zwei Haine organisiert hatte, welche Vertreter der Stadt Ansbach gespendet haben. Die Zahlen des KKL würden unterstreichen, wie wichtig die Arbeit der Organisation sei, meinte der Botschafter, der in diesem Zusammenhang auf die über 200 Millionen Bäume hinwies, die der KKL in den fast 100 Jahren seines Bestehens in Israel bereits gepflanzt habe. Gegenüber dieser Zahl nähmen sich die 250 000 Bäume, die bis jetzt im Wald der Deutschen Länder gesetzt worden seien (0,2% des Gesamtbestandes), einerseits bescheiden aus, doch symbolisierten sie andrerseits eine immer engere Beziehung zwischen den Völkern Israels und der BRD. «Alle Wüsten der Welt dehnen sich aus, nur der Negev schrumpft dank der Tätigkeit des KKL», betonte der Diplomat und fügte hinzu, der KKL sei mit seinem Wirken im Süden Israels «in die Fussstapfen Ben-Gurions» getreten. - In einem kurzen Exkurs ins Alltagsgeschehen bedauerte Dressler, dass die von den Medien verbreiteten Bilder eines brennenden Hauses oder eines brennenden Autos den unrichtigen Eindruck vermittelten, das ganze Land würde in Flammen stehen. Das veranlasse auch viele Deutsche, Israel-Reisen zu verschieben, obwohl das Land «nicht nur Jerusalem und Bethlehem» sei. In diesem Zusammenhang machte der Botschafter der fast 40-köpfigen Pflanzgruppe aus Ansbach ein Kompliment dafür, dass sie sich durch Bilder und Berichte nicht von ihrem Vorhaben habe abbringen lassen.
«In Deutschland gibt es nicht nur Glatzköpfe, sondern auch Freunde, die auch in schwierigen Zeiten zu uns stehen», meinte als weiterer Redner Janusz Kuroszczyk, der Präsident des KKL Deutschland, der daran erinnerte, dass die Idee eines Waldes der Deutschen Länder erst 1991, nach der Wiedervereinigung, entstanden war. Das seither Erreichte erfülle einen mit Stolz und sporne gleichzeitig zur gezielten Weiterarbeit an. Mit seiner Teilnahme an der Einweihungszeremonie habe Rudolf Dressler, wie Kuroszczyk mit Dank erwähnte, eine bewährte, von deutschen Botschaftern in Israel gepflegte Tradition fortgesetzt.
Schliesslich dankte Shmuel Zaksch, Gemeinderat aus dem benachbarten Lehavim, dem KKL und den deutschen Freunden für den Einsatz zugunsten der Region. «Ihre Spende», sagte Zaksch, «hilft uns, uns mit unserem Land fester zu verbinden, unsere Lebensqualität zu heben und uns Fragen des Umweltschutzes zu widmen.» Der Gemeinderat lud die Ansbacher ein, im kommenden Jahr eine Zeremonie in Lehavim selber abzuhalten und bei dieser Gelegenheit gemeinsam einen kleinen Garten zu pflanzen. Der Vorschlag wurde von der Gruppe mit Applaus aufgenommen. - Die Herren Oppel und Grimm, welche die Haine gestiftet hatten, erhielten vom KKL ein Zertifikat ausgehändigt und brachten ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, auch künftig für Israel und den KKL da zu sein. Die zwei Haine haben das Plansoll von 5000 Bäumen für den Ansbacher Wald voll gemacht, doch Hermann Grimm meinte im Brustton der Überzeugung: «Wir haben noch einiges vor; wir machen weiter.»Nach der von Jana Marcus vom KKL geleiteten Zeremonie fuhr die Pflanzgruppe nach Beerschewa, wo bei einem ausgezeichneten Mittagessen Yehiel Leket, der Welt-Vorsitzende des KKL, Gideon Witkon von der Boden-Entwicklungsbehörde (ILA) und Botschafter Dressler sich an die Anwesenden wandten. Bevor die Gäste aus der BRD ans Tote Meer weiterreisten, erhielten sie Zertifikate, die sie als «Botschafter des guten Willens» auszeichneten. Ein beeindruckender Tag - in dessen Zentrum die Leistungen des KKL sowie die Unterstützung gestanden hatten, welche die deutschen Freunde der Organisation seit Jahren zukommen lassen - hatte ein harmonisches Ende gefunden.