Ilana Shmueli verstorben

November 18, 2011

Am vergangenen Freitag verstarb in Israel die Lyrikerin Ilana Shmueli. 1924 als Liane Schindler in Czernowitz geboren, überlebte sie das Ghetto in ihrer Heimatstadt und flüchtete nach Palästina, wo sie Musik- und Sozialpädagogik studierte. Ilana Shmueli arbeitete als Sozialpädagogin in Tel Aviv, wo ihre Beerdigung am Sonntag stattgefunden hat. Einige ihrer Werke wurden vor Kurzem auch ins Deutsche übersetzt, so auch «Ein Kind aus guter Familie» (2006), «Zwischen dem Jetzt und dem Jetzt» (2007), «Zeitläufe – ein Brief» (2009) und «Sag, dass Jerusalem ist» (2010). Shmueli war eine Jugendfreundin Paul Celans aus Czernowitz, sie traf ihn 1965 in Paris und 1969 in Jerusalem wieder. Beide waren auch durch die Lyrik und die Musik verbunden. Nach der Wiederbegegnung setzte ein reger Briefwechsel ein, der bis zu Celans Tod dauerte und veröffentlicht wurde («Paul Celan – Ilana Shmueli: Briefwechsel» 2004). Shmueli, die auch mit Oskar Kokoschka und Rose Ausländer befreundet war, erhielt 2009 den Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil.     [vw]