ICZ unterstützt Martelli und Attenhofer
Das Co-Präsidium der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) bezieht für diese Wahlen Position: Shella Kertész und André Bollag unterstützen Stadträtin Martelli. Ihre Unterschriften stehen in einem Wahl-Inserat, das in tachles erscheinen und von Michael Kohn gesponsert wird. Kohn ist Mitglied im Co-Präsidium des Wahl-Komitees von Kathrin Martelli.
Die Stadträtin wurde mit 25 Jahren FDP-Mitglied im Zürcher Seefeld, wo sie aufgewachsen ist und heute noch wohnt. Sie gehörte dem Gemeinderat an, den sie auch einmal präsidierte. Martelli präsidierte auch die FDP-Frauen. Sie ist verheiratet, hat mit ihrem Mann zwei erwachsene Kinder und ist bereits Grossmutter. Seit 14 Jahren amtiert sie als Stadträtin der grössten Schweizer Stadt, erst als Vorsteherin des Tiefbaudepartements, seit einigen Jahren führt sie das Hochbauamt. Sie sicherte sich über die Parteigrenzen viel Anerkennung, nicht zuletzt durch den rechtzeitigen Umbau des Letzigrund-Stadions, rechtzeitig für die Euro 08.
Noch höher in der politischen Hierarchie der Stadt Zürich steht der Statthalter, und auch für dieses Amt gibt es eine Wahl am 9. Februar, weil Statthalter Bruno Graf nach 20 Amtsjahren zurücktritt. Kandidat ist (ausser dem CVP-Politiker Christoph Holenstein) der über die Parteigrenzen angesehene SP-Kantonsrat Hartmuth Attenhofer, 60, Präsident der Sektion Zürich der Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI). Er wurde von seinem Parteivorstand (dem er nicht angehört) einstimmig zum Statthalter-Kandidaten bestimmt. Kantonsrat Attenhofer sitzt seit 12 Jahren im Bezirksrat und kennt die Aufgaben des Statthalters deshalb bereits sehr gut.
2006, als er das Kantonsratspräsidium übernahm, verlegte Hartmuth Attenhofer die Legislatureröffnungszeremonie, die sonst stets in einer reformierten Kirche in der Nähe des Rathauses stattfand, in die Synagoge der ICZ an der Löwenstrasse. Mit zahlreichen hohen Gästen bedeutete diese Feierstunde einen Meilenstein im Zusammenleben von Christen und Juden in Zürich. Zwei Jahre später organisierte der Vater von zwei erwachsenen Kindern eine würdige Feier zu Ehren des 60. Jahrestags der Gründung Israels im Zürcher Fraumünster, an der Stadträtin Martelli eine Rede hielt. Dieses Jahr unterstützt der Zürcher GSI-Präsident Friedenskundgebungen während des Kriegs im Gazastreifen. Kantonsrat Hartmuth Attenhofer wird wie Stadträtin Kathrin Martelli ebenfalls vom Co-Präsidium der ICZ unterstützt, in ihrer präsidialen Funktion, aber andererseits wird die ICZ für die bevorstehenden Wahlen den Mitgliedern keine offiziellen Empfehlungen abgeben und auch kein ICZ-Geld für die Unterstützung verwenden.
«Wir unterstützen keine Parteien, sondern Personen», betont André Bollag gegenüber tachles. «Frau Martelli und Herr Attenhofer setzten sich beide engagiert für jüdische Angelegenheiten ein.»