«Heimspiel» für Emmanuel Ullmann in der IGB
Im Gemeindehaus der Israelitischen Gemeinde Basel fand Ende letzter Woche die traditionelle Podiumsdiskussion im Vorfeld der Schweizerischen Parlamentswahlen statt. Gut die Hälfte der Stühle im Gemeindehaus blieb leer, das Publikum setzte sich mehrheitlich aus älteren Interessierten zusammen. Die Podiumsrunde bestand aus Sebastian Frehner (Nationalrat SVP, BS, Ständeratskandidat), Peter Malama (Nationalrat FDP, BS) und Sabrina Mohn (Nationalratskandidatin CVP, BL) – sie vertraten das bürgerliche Lager der beiden Halbkantone, während Eric Nussbaumer (Nationalrat SP, BL) und Brigitta Gerber (Nationalratskandidatin Grüne, BS) den links-grünen Pol repräsentierten. Der Sechste im Bunde war Emmanuel Ullmann (vgl. tachles 38/11), der als Kandidat der Grünliberalen Partei und als jüdischer Bürger gleich in zweierlei Hinsicht
eine Sonderstellung einnahm. Peter Bollag sprach denn in seiner Begrüssungsrede auch von einem «Heimspiel» des 31-jährigen Grossrats. In der Folge nahm eine Debatte ihren Lauf, deren Themenspektrum von der wirtschaftlichen Lage über das Schächtverbot bis hin zur Energiepolitik reichte. Es war aber ein anderer Themenbereich, der den grössten Teil des Abends in Anspruch nahm: die Frage nach der Situation im Nahen Osten. Hitzig wurde die Debatte aber auch an diesem Punkt nicht, zu klar war den Teilnehmern, dass in dieser Umgebung ein sensibler Tonfall angesagt war. Auf die Frage nach der Anerkennung Palästinas in der Uno-Generalversammlung war denn auch eine einhellige Antwort zu hören. Einzig Emmanuel Ullmann, der die Neutralität der Schweiz betonte, und Brigitta Gerber mit einer ausweichenden Entgegnung scherten hier geringfügig aus. [ws]
Auf www.tachles.ch/radio finden sich aktuelle Gespräche mit Emmanuel Ullmann sowie
weiteren Politikerinnen und Politikern im Hinblick auf die Wahlen.