Gründung eines neuen Medizin-Campus in Zfat
Nach einer längeren Periode der Ungewissheit in Bezug auf die Frage, welches israelische Bildungsinstitut mit der Leitung der neuen medizinischen Schule des Landes betraut werden würde, sind die Würfel vor einem Monat gefallen: Der Rat für das höhere Bildungswesen erteilte der Bar-Ilan-Universität den Auftrag. Der neue Campus wird in der Stadt Zfat in Galiläa im Norden Israels entstehen und in enger Kooperation mit den Krankenhäusern der Region (Afula, Zfat, Tiberias, Nahariya und Nazareth) arbeiten. Die Baupläne für die neue Fakultät sind zwar weitgehend schon entworfen, doch die ersten Studenten, die ihr Medizinstudium im Oktober aufnehmen, werde n im medizinischen Zentrum Ziv in Zfat studieren, während der Bau der neuen Gebäude am Stadtrand in Angriff genommen wird.
Die Auswirkungen des Beschlusses für Nordisrael im Allgemeinen und für die Stadt Zfat im Besonderen sind enorm. Die neue Schule wird viele Forscher, Ärzte und Wissenschaftler nach Galiläa bringen und die Infrastruktur der ganzen Region verbessern. Darüber hinaus wird das neue Projekt einen wichtigen Beitrag zur Behebung des gegenwärtigen Ärztemangels in Israel leisten.
Dass eine Universität wie Bar-Ilan nun, zusammen mit anderen erstklassigen Bildungsstätten, eine eigene medizinische Schule haben wird, dürfte zahlreiche nachgelagerte Dienstleistungszweige anziehen. Das wiederum wird zusätzliche Beschäftigung bedeuten für eine Region, in der die Zahl der offerierten Arbeitsplätze in den letzten Jahren wesentlich zurückgegangen ist. Die Errichtung der medizinischen Schule wird den Bau einer neuen Wohngegend und kommerzielle Zentren in Zfat fördern. Zudem wird die neue Schule im Laufe der Zeit die Kluft zwischen dem medizinischen Angebot im Zentrum des Landes und im Norden verringern.
Internationale Reputation
Die Bar-Ilan-Universität wollte schon lange eine medizinische Fakultät aufbauen. Die Universität hat sich bereits internationale Reputation als führendes
Forschungsinstitut in den sogenannten Lebenswissenschaften, in der Hirnforschung und in der Nanotechnologie verschafft. Zudem gab es eine gewisse Konkurrenz um die im Norden zu bildende neue medizinische Schule, auch die Universität Haifa war an dem Projekt interessiert.
Mit über 31 000 eingeschriebenen Studenten ist die Bar-Ilan-Universität nach der Offenen Universität die grösste Universität in Israel. Zusätzlich zum Campus in Ramat Gan betreibt sie derzeit regionale Colleges in Ashkelon, in Akko im westlichen Galiläa, im Jordantal und in Zfat. Obwohl die Bar-Ilan-Universität als religiöses Institut gegründet worden ist und an diesem Charakterzug festhält, zieht sie heute zahlreiche Studenten aus verschiedensten religiösen und kulturellen Kreisen an. Zwischen religiösen und säkularen gibt es in der Universität ebenso wie zwischen jüdischen und arabischen Studenten eine ausgeprägte Koexistenz.
Im neuen Institut werden 40 medizinische Forschungsteams arbeiten, und hoffentlich wird es auch zahlreiche aus dem Ausland zurückkehrende israelische Wissenschaftler aufnehmen. Es darf damit gerechnet werden, dass führenden Professoren aus aller Welt Anreize offeriert werden, um sie zu veranlassen, sich dem Lehrkörper der neuen medizinischen Schule von Zfat anzuschliessen.
Startfinanzierung
Wie bei allen grossen Projekten dieser Art wird der Erfolg im Wesentlichen von der Finanzierung abhängen. Der amerikanische Immobilienunternehmer Bob Stark steht einer Gruppe von Finanzleuten vor, die beabsichtigen, einige Milliarden Dollar in das Projekt zu investieren. Zu diesem wird auch eine College-Stadt in der Nähe der Schule gehören. Die medizinische Schule von Zfat soll zunächst mit einer Spende von 500 Millionen Dollar eröffnet werden. Sie ist die erste akademische Institution in Israel, die von einem Geschäftsunternehmen finanziert werden wird.