Grosse Schwankungen
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) generiert einen beträchtlichen Teil seiner Einnahmen über die jährlich anfallenden Beiträge der 17 jüdischen Mitgliedsgemeinden der Schweiz. Die Beiträge belaufen sich insgesamt auf rund 440 000 Franken pro Geschäftsjahr. Laut den Statuten des SIG (Art.10) ist «jede dem Gemeindebund angehörende Gemeinde» (ob orthodox oder konservativ) verpflichtet, «für jedes ihr in irgendeiner Form angeschlossene Mitglied einen Jahresbeitrag» zu entrichten. Die religiöse Ausrichtung (orthodox, konservativ) hat auf die Höhe des Mitgliederbeitrages keinen Einfluss. An der Delegiertenversammlung des Gemeindebunds wird jährlich über die Höhe des Mitgliederbeitrags abgestimmt, wobei der Betrag von 110 Franken pro Mitglied und Jahr regelmässig übernommen wird. «Sind Ehegatten gleichzeitig Mitglied der Gemeinde, so ist für sie nur ein Beitrag zu leisten», heisst es weiter in den Statuten. Unabhängig davon also, ob ein Ehepaar einer orthodoxen oder konservativen Gemeinde angehört, muss die Gemeinde für das Paar nur einen Mitgliederbeitrag pro Jahr an den SIG bezahlen. Für alleinstehende Frauen oder Jugendliche ist keine Beitragsreduktion vorgesehen, jedoch für sozial schlecht Gestellte. Wie dies im Einzelfall gehandhabt wird, ist aber Sache der jeweiligen Gemeinde. Die Beitragshöhe einer dem Gemeindebund angehörenden Gemeinde ist somit abhängig von der Anzahl der Gemeindemitglieder, was im schweizerischen Vergleich zu grossen Unterschieden führt. So zahlt beispielsweise eine kleine Gemeinde mit elf Mitgliedern 1210 Franken im Jahr, während für eine Grossgemeinde mit 1140 Mitgliedern ein Betrag von 125 400 Franken anfällt. Der Löwenanteil der jährlichen Mitgliederbeiträge wir also wesentlich von den mitgliederstärksten Gemeinden aufgebracht. In der Schweiz sind dies die beiden Einheitsgemeinden Israelitische Cultusgemeinde Zürich und Israelitische Gemeinde Basel, welche zusammen rund 2600 Mitglieder haben. [ta]