Giffords legt Mandat nieder

January 23, 2012
Die im Januar 2011 von einen Amok-Schützen schwer verletzte Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords will ihren Sitz aufgegeben.
Gabrielle Giffords tritt zurück

Amerika hat ihre Rekonvaleszenz mit grosser Anteilnahme verfolgt und bislang betonte Gabrielle Giffords stets, sie wolle an ihrem Amt als Kongressabgeordnete für Arizona festhalten. Doch am Sonntag erklärte die Demokratin, sie werde ihren Sitz im Lauf der Woche aufgeben und bei den Wahlen im Herbst nicht erneut antreten. Am 8. Januar letzten Jahres hatte ein geistig verwirrter Amokschütze bei einer Wahlveranstaltung Giffords in Tucson sechs Menschen erschossen und 13 weitere Teilnehmer verletzt. Die 41-jährige Tochter eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter erlitt einen lebensgefährlichen Kopfschuss und muss sich seit dem Aufenthalt in einer Intensivstation einer Rehabilitationsbehandlung unterziehen.

Giffords war gleichwohl bereits im April 2011 in der Lage, in Florida dem Start einer Raumfahrtmission beizuwohnen, an der ihr Mann Mark Kelly teilnehmen sollte. Der Flug musste nach technischen Problemen auf den Mai verschoben werden. Am 1. August kehrte Giffords zur Abgabe ihrer Stimme für den Kompromiss über die Anhebung der Schuldendecke erstmals in den US-Kongress zurück. Seither liess sie mehrfach erklären, ihr Mandat fortführen zu wollen. Doch offensichtlich ist ihr Gesundheitszustand weiterhin so fragil, dass eine Fortsetzung der Rehabilitation Vorrang vor politischen Erwägungen hat. Auch Mark Kelly scheint trotz gegenteiliger Spekulationen kein Interesse zu haben, sich um das nun frei werdenden Kongressmandat Giffords zu bewerben. [AM]