Gespannte Ruhe in Galiläa
Zur Verhinderung weiterer Brandanschläge auf Moscheen in der Westbank und in arabischen Dörfern in Israel hat die Polizei die Bewachung heiliger Stätten der Muslime im Lande verstärkt. Am Montag war es zu heftigen Zusammenstössen zwischen einigen hundert Israel-Arabern und den Sicherheitskräften gekommen, nachdem im Beduinendorf Tuba-Zangaria (knapp über 5000 Einwohner) unweit von Rosh Pinna in Ober-Galiläa vermutlich israelische Rechtsnationalisten die Moschee des Dorfes angezündet und schwer beschädigt hatten. Der Anschlag wird als Racheakt für das Attentat vor einigen Tagen interpretiert, bei dem unweit von Kiryat Arba in der Westbank ein Vater und sein Sohn starben, als ihr von Steinen getroffenes Fahrzeug sich übeschlug. – Nachdem am Montagabend Staatspräsident Shimon Peres und die beiden israelischen Oberrabbiner die beschädigte Moschee besucht und den Anschlag als «unjüdisch und unmoralisch» und als «Schande für den Staat Israel» verurteilt hatten, herrschte in der Nacht auf Dienstag gespannte Ruhe in Tuba-Zangaria. Aus Protest gegen den Anschlag riefen die Schulen im israelischen Beduinen-Sektor für heute Dienstag einen Streik aus. Die Polizei stellte baldige Ergebnisse der laufenden Untersuchung in Aussicht. [JU]