Gerichtsentscheid zu Kindern aus Mischehen

July 16, 2009

Manchester – Ein britisches Gericht hat entschieden, dass jüdische Schulen der rassistischen Diskriminierung beschuldigt werden können, wenn sie Kinder aufgrund der Herkunft ihrer Eltern zurückweisen. Das Urteil, nach dem viel mehr das Praktizieren des jüdischen Glaubens als die Geburt oder die Konversion eines Kindes zählen, verunsichert die rund 300 000 Menschen zählende jüdische Gemeinschaft Grossbritanniens stark. Konkret wirkt sich das Urteil so aus, dass sowohl britische Schulen künftig Kinder, deren Mutter jüdisch ist oder die konvertiert sind, nicht denjenigen vorziehen dürfen, die aus Mischehen stammen. Wichtiger wird künftig sein, wie die Familie ihr Judentum praktiziert – womit im Ernstfall die Gerichte darüber zu entscheiden haben, wer jüdisch ist und wer nicht. Besonders betroffen werden die 97 orthodoxen jüdischen Schulen des Landes sein, die eventuell künftig gezwungen sein werden, eine Art Glaubenstest durchzuführen. Widerstand kündigte die United Synagogue an, die nun Einspruch beim höchsten Gericht des Landes, dem House of Lords, erheben möchte.    [ta]