Gelehrter
Wie kaum ein zweiter bewegt sich der Komparatist durch Geschichts- und Kunstepochen, ein profunder Kenner der abendländischen Denk¬traditionen. Joschka Fischer nannte Steiner anlässlich der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises 2003 in Frankfurt einen Meister des Wortes und einen der ganz wenigen Universalgelehrten unserer Zeit. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 1994 war George Steiner Professor an der Universität Genf für Englische Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft. Die Auswirkungen der Schoah auf Sprache und Literatur waren immer wieder Thema seiner Publikationen, wie in «Sprache und Schweigen. Essays über Sprache, Literatur und das Unmenschliche». Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten hat George Steiner auch für den «New Yorker», das «Times Literary Supplement» und den «Guardian» geschrieben. Aus Anlass seines Geburtstags erschien bei Hanser «Die Logokraten». [EM]