«Geht nicht zu Burger King»

October 9, 2008
Einen Tag, nachdem die amerikanische Schnellimbiss-Kette Burger King der Filiale in der israelischen Westbank-Stadt Maaleh Adumim untersagte, das Firmensymbol weiterzuführen, riefen Siedler am letzten Wochenende zu einem weltweiten Boykott der Restaurants von Burger King auf.
Gebremst: Wenn der Fast Food zum Politikum wird. - Foto Reuters

Nachdem arabische Amerikaner mit einem Boykott der Schnellimbiss-Kette Burger King gedroht hatten, falls deren vor drei Monaten in Betrieb genommene Filiale in der israelischen Westbank-Stadt Maaleh Adumim geöffnet bleiben sollte, erklärte das Unternehmen in seinem Hauptquartier in Miami, nicht daran interessiert zu sein, «im arabisch-israelischen Friedensprozess Partei zu beziehen». In der Verlautbarung wurde dem israelischen Lizenznehmer Rikamor vorgeworfen, das Mutterhaus mit der Öffnung der Filiale in Maaleh Adumim «irregeführt» zu haben. Zudem betonte man in Miami, sich des Standortes der neuen Filiale «nicht bewusst» gewesen zu sein.
Als eine «Schande» verurteilte Benny Kashriel, Bürgermeister von Maaleh Adumim, den Entscheid von Burger King, und den Palästinensern warf er vor, die arabisch-amerikanischen Boykottdrohungen veranlasst zu haben. Seinerseits rief Kashriel «jüdische Organisationen weltweit und unsere jüdischen wie nichtjüdischen Freunde» zum Boykott von Burger King auf. «Wir haben viele Freunde, Christen wie Israelis und jüdische Leute in Amerika und in Europa, die uns in dieser Sache unterstützen werden», fügte der Bürgermeister hinzu, der auch als Vorsitzender des Rates der jüdischen Gemeinden in der Westbank und im Gazastreifen fungiert. Kashriel appellierte an Premierminister Ehud Barak, die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern zu suspendieren und hier nicht nachzugeben, nur weil es sich «um ein amerikanisches Unternehmen» handle. Kashriel warnte auch vor anderen Schritten gegen Israel «auf jedem beliebigen Gebiet», falls man sich hier nicht zur Wehr setze. «Palästinenser aus der Gegend», sagte er, «die gerne bei uns ihre Hamburger verzehrten, zeigten sich überrascht über diese Vermischung von Politik mit Essen.»
Die Anti-Diffamations-Liga (ADL) des Bnai Brith gibt sich empört über den Beschluss von Burger King, seine Filiale in Maaleh Adumim zu schliessen. Dieser Entscheid repräsentiere, wie ADL-Direktor Abraham Foxman in einem Brief an Burger King schreibt, «eine brutale Kapitulation von Burger King gegenüber amerikanisch-arabischen und amerikanisch-moslemischen Organisationen».
Meshulam Riklis, Chef der Lizenzfirma Rikamor, weist die Unterstellungen von Burger King vehement zurück. Rikamor habe alle erforderlichen Bewilligungen gemäss den internationalen Regulierungen von Burger King erhalten, und man könne den Schliessungsbeschluss nicht akzeptieren, heisst es in der Erklärung. Riklis wies seine Leute an, alle in ihrer Macht stehenden juristischen Schritte an israelischen Gerichten zu unternehmen.

© Jerusalem Post