Gegen Sesselkleberei
Das Centralcomité des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG) stellt sich gegen die Geschäftsleitung: An der Sitzung des Centralcomités vom Donnerstag vergangener Woche lehnte es mit einer deutlichen Mehrheit den Antrag ab, die Amtszeiten der Geschäftsleitungsmitglieder von 12 auf 16 Jahre zu verlängern. Begründet worden sei der Entscheid mit dem Einwand, man wolle eine «Sesselkleberei» vermeiden. Das Argument ist umso bemerkenswerter, als das Centralcomité selbst keine Amtszeitbeschränkung kennt: Manche Mitglieder sind darin seit über 20 Jahren vertreten. Eine verbindliche Kraft hat die Ablehnung des rein konsultativen Gremiums hingegen nicht, die Entscheidungshoheit liegt bei der Delegiertenversammlung. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie sich gegen die Haltung des Centralcomités stellen würde. Der Antrag der Geschäftsleitung ist insofern von Belang, da es die Statuten des SIG nicht erlauben, mehr als drei Personen aus der gleichen Stadt Einlass in ihn zu gewähren. Das führte bereits in der Vergangenheit zu Engpässen – das Ressort Kultur blieb jüngst zwei Jahre unbesetzt –, und erhält mit den angekündigten Rücktritten von Rolf Halonbrenner und Gabrielle Rosenstein und den darauffolgenden Vakanzen erneut Aktualität.
Ebenfalls thematisiert wurde vom Centralcomité die Jahresrechnung des SIG. Der Entscheid wurde jedoch verschoben, da mehrere Mitglieder wegen der Beerdigung von Charles Liatowitsch in Basel (vgl. tachles 8/11) fehlten.