Fuge

June 24, 2010
Sein am meisten aufgeführtes Werk ist der Sprechgesang «Fuge aus der Geographie», den der Komponist Ernst Toch selbst als nicht sonderlich wichtig beurteilte.
Ernst Toch

Der am 7. Dezember 1887 in Wien geborene Toch war ein seltenes Phänomen in der Musikszene: ein Autodidakt. Erst nach diversen Uraufführungen seiner frühen Werke sowie Preisen für seine Kompositionen studierte er Piano und Komposition. Seine Arbeit wurde vom Ersten Weltkrieg unterbrochen, in dem Toch vier Jahre als Soldat diente. Nach Kriegsende entwickelte er seinen polyphonen Stil und machte sich in der Weimarer Republik einen Namen. 1935 emigrierte er mit seiner Familie in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1964 lebte. Obwohl der Musiker sowohl für seine Filmmusik wie auch für andere Kompositionen Ehre und Auszeichnungen erhielt, ist er von der Öffentlichkeit beinahe ganz vergessen worden. Eine Ausstellung im Jüdischen Museum Wien lädt dazu ein, den Komponisten wiederzuentdecken. [TA]

«Ernst Toch – Das Leben als geographische Fuge», bis 31. Oktober, Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11. www.jmw.at