Für Jeden etwas
Die fast völlige Ruhe, die seit 1967 an der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Syrien auf dem Golan herrscht, erlaubt es den Israeli, die Hügelzüge, die seit dem Knessetbeschluss von 1981 als israelisches Territorium gelten, gezielt zu erschliessen. Weinberge und Kellereien sind entstanden, archäologische Ausgrabungen grossen Ausmasses sind in Gang, Wasserreservoire wurden angelegt, und vor allem entwickelten der Staat sowie private Initianten eine qualitativ hochstehende touristische Infrastruktur. Ebenfalls in den letzten Jahren hat sich unweit von Ghajar das auf edle Tropfen und grilliertes Fleisch in allen Formen spezialisierte Restaurant Sharole etabliert. Besitzer Kobi Marom, ein IDF-Oberst im Ruhestand und Strategieexperte für den Golan, trifft regelmässig Touristengruppen, denen er militärisch interessante Stellen zeigt. Auch Debatten bei Fleisch und Wein bis in die Nacht hinein sind für ihn Routine. Das Restaurant ist an Samstagen zwar geöffnet, verfügt aber über ein vom lokalen Rabbinat ausgestelltes Kaschrutzertifikat «für sechs Tage in der Woche», was laut Marom im Norden nichts Seltenes ist. Marom wird aber schon bald ein auch streng orthodoxen Anforderungen genügendes Zertifikat «lemehadrin» erhalten. – Kobi Marom selber buchen oder ein Essen bei ihm organisieren kann man unter maromk@zahav.net.il oder Telefon 050 866 60 90.
Die «Zimmer-Industrie» auf dem Golan – als Alternative zu Hotelaufenthalten im Tiefland – hat sich rasant entwickelt. Besonders beeindruckend waren die von tachles begutachteten Zimmer «Bikta bearafel» («Hütte im Nebel») in der kleinen Ortschaft Nimrod (vier Familien). Umgeben von ökologisch bebauten Gärten und verwöhnt von einer auf einheimischen Produkten basierenden biologischen Küche, fühlt sich der Gast nicht nur geografisch der israelischen Alltagshetze völlig entrückt und spürt regelrecht, wie sich seine Batterien wieder aufladen. Nimrod ist eine ehemalige Militärbasis, doch bestehen Pläne, dort bis zu 80 zivile Familien anzusiedeln. Zur Kaschrut meint Besitzerin Lilach, polnisch-jüdischer Abstammung, verheiratet mit einem Jemeniten: «Wir haben zwar kein Zertifikat, doch wir sind koscher. Wer sich auf die Kaschrut des Rabbinats verlässt, der kann bei uns essen und wohnen. Ultrareligiösen schenke ich rechtzeitig reinen Wein ein.» Je nach Saison und Qualität des Zimmers (teils mit Jacuzzi oder eigenem Schwimmbad) kostet eine Übernachtung bei Lilach 450–750 Schekel pro Paar. Anfragen unter biktanimrod@gmail.com, oder Telefon 050 532 34 83.
Noch ein Tipp: Auf dem Golan wird seit einiger Zeit lokales Bier in vier Ausführungen gebraut. Vorerst ist das Getränk nur auf dem Golan selber erhältlich, etwa im Shoppingcenter von Qatzrin, doch ist eine Vermarktung in ganz Israel vorgesehen. Interessenten wenden sich an Pnina, Telefon 044 696 36 25).