Frauenpower für Israel
Trotz hochsommerlichem Wetter fanden sich am Sonntag, 17. Mai, zahlreiche engagierte Frauen aus der ganzen Schweiz im Quba, dem Quartierszentrum Bachletten in Basel, ein, um an der 80. Delegiertenversammlung der Womens International Zionist Organisation (Wizo) teilzunehmen. Als Ehrengäste waren zudem der Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB) Yaron Nisenholz, IGB-Präsident Guy Rueff sowie Hezy Josef, Direktor der von der Wizo gegründeten Schule Nachlat Yehuda, anwesend. Zusammen mit ihm war eine Schülerin der Schule aus Israel angereist, die den Schweizer Frauen von ihren Erfahrungen berichtete.
Wohltätigkeit im Blick
Nachdem Nadja Pini-Lifschitz von der Wizo Basel, und Anne Argi, die Präsidentin des Zentralvorstands der Wizo, die Gäste begrüsst hatten, sprach Rabbiner Nisenholz das Dwar Thora. Nisenholz gab seiner grosen Freude Ausdruck, dass die Versammlung in Basel stattfinde, da die Stadt seit dem ersten Zionistenkongress von 1897 eine besondere Beziehung zu Israel habe. Ferner verwies er auf die drei Aspekte, die die Wizo ausmachten: Wohltätigkeit, Zionismus und weibliches Engagement («Frauenpower»). Auch IGB-Präsident Rueff zeigte sich beeindruckt von der Arbeit der Wizo. Für ihn sei es eine grosse Ehre, die Delegiertenversammlung begrüssen zu dürfen. Ferner erinnerte er daran, dass das Thema «Frau» die IGB einst fast gespalten hätte, als es um die Frage ging, ob eine Frau auch Präsidentin der Gemeinde werden könne. Da dies nun seit Kurzem möglich sei, wünscht sich Rueff, dass ihm dereinst eine Frau auf seinen Posten folgen werde – vielleicht sogar aus den Kreisen der Wizo.
Erfolgreiche Projekte
In der anschliessenden Ansprache von Anne Argi wurde deutlich, dass auch die Wizo nicht von dem, wie sie ihn nannte, «Finanztsunami» verschont wurde. Die Weltwirtschaftskrise mache ihr auch im Hinblick auf die Projekte der Organisation grosse Sorge. Eine weitere Herausforderung sei, dass in der Region von Sderot wie auch an der Nordgrenze Israels, wo sich die Wizo engagiert, die tägliche Bedrohung der Menschen stetig zunehme. Die Zahl derer, die in der heutigen Zeit auf die Hilfe der Wizo zählten, werde immer grösser. Positiv und voller Stolz aber wurden die Schule und das Jugenddorf Nachlat Yehuda in Film und Erlebnisberichten präsentiert. Insgesamt profitieren 349 Schülerinnen und Schüler – 200 von ihnen wohnen vor Ort – von dem Projekt der Wizo, das im vergangenen Jahr weiter ausgebaut werden konnte und nun neben Unterrichts- und Schlafräumen auch einen Sport- und Unterhaltungsraum umfasst. Weitere Projekte der Wizo sind neben einer Schule in Petah Tikva auch Kinderkrippen und Jugendclubs, in denen neben dem sozialen auch das kreative Potenzial durch Musik, Tanz oder Theater gefördert wird. Der Aufwand der Wizo lag gemäss Erfolgsrechnung der Schweizer Föderation im Jahr 2008 insgesamt bei über 1 141 000 Franken. Um die Projekte weiterhin engagiert fortführen zu können, ist die Organisation auch in Zukunft auf Unterstützung angewiesen. Neben Spendern werden stets auch Frauen aus der Schweiz gesucht, die sich auf diese Weise für Israel einsetzen, damit, wie es im Tätigkeitsbericht 2008/09 heisst, «weiterhin viele Kinderaugen leuchten».