Fleisch
Heute gilt er als einer der wichtigsten und teuersten Maler der Gegenwart. Nun widmet ihm das Centre Pompidou in Paris eine Ausstellung. Freuds Maxime spiegelt sich in jedem Exponat: Ein Porträtbild solle nicht nur wie der Porträtierte aussehen, sondern auch sein wie diese: aus Fleisch und Blut. Tatsächlich wirken Freuds nackte Männer und Frauen mit beleibten Körpern, die er mit dickem Farbauftrag auf die Leinwand malt, dreidimensional. Der Londoner Meister spielt mit allen gelb-braunen Tönen des Fleischigen, Abgehangenen, kennt kein Tabu. Freud idealisiert seine Modelle nicht, sondern entlarvt und seziert sie auf mitunter anstössige Weise. Der 1922 in Berlin geborene jüdische Maler und Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud emigrierte nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten mit seinen Eltern nach London. Ein Bildnis des Models Kate Moss sowie sein umstrittenes Porträt von Königin Elizabeth II. gehören zu seinen bekanntesten Werken. [kb]
«Lucian Freud – L’Atelier», Centre Pompidou, Place Georges-Pompidou, Paris,
bis 19. Juli 2010.