Finanzspritze aus den USA
Es war im August 2009, als Rabbiner Zalmen Wishedski ein erstes Mal zusammen mit Marc Herz, Josef Hess, Peter Lyssy, Daniel A. Rothschild und Marc Salzberg an einem Tisch sass und die Lage analysierte. «In einer ersten Phase fanden wir heraus, dass das Geld bis anhin nicht unnötig vergeudet wurde», erklärt Daniel A. Rothschild, Mitglied des fünfköpfigen Komitees. «Der Bau war teurer als ursprünglich vorgesehen, und so bat ich das Komitee, mitzuhelfen, die Finanzierung der Renovation sicherzustellen», erzählt Wishedski. Bevor man sich auf die Suche nach möglichen Sponsoren begab, wurde in einer zweiten Phase eine Liste erstellt, auf welcher alle Punkte aufgelistet wurden, die für die Fertigstellung des Baus unverzichtbar waren. Anhand dieser Angaben konnte schliesslich eruiert werden, wie viel Geld gesammelt werden muss. Die Suche nach möglichen Geldgebern konnte beginnen.
In Amerika fündig geworden
Da die verschiedenen Chabad-Sektionen der Schweiz finanziell unabhängig voneinander sind, konnte Chabad Basel aus den eigenen Kreisen kaum Mithilfe erwarten. Die Suche ging über die Landesgrenzen hinaus und schliesslich wurde das Komitee in Amerika fündig. Weder die Summe noch die Namen der gefundenen Sponsoren werden bekannt gegeben. «Unsere momentane Aufgabe ist es nun, den Bau sauber zu organisieren, Offerten einzuholen und sicherzustellen, dass das gesammelte Geld vernünftig eingesetzt wird», fasst Rothschild die aktuelle Lage zusammen. Rabbiner Wishedski sieht der Zukunft positiv entgegen: «Wir sind auf besten Weg und glauben, das Haus in den nächsten Monaten fertigstellen zu
können.»
Konkurrenz oder Chance?
Bei den Aktivitäten von Chabad Basel nehmen immer mehr Menschen teil. So auch vor ein paar Wochen bei der Megila-Vorlesung an der Ahornstrasse. Brisant ist an der Sache dass zur selben Zeit auch die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) einen Purimanlass organisierte. «Rabbiner Wishedski hat uns zugesichert, frühzeitig über seine geplanten Anlässe zu unterrichten. Offenbar ging dies an Purim vergessen», sagt Philippe Nordmann, Vizepräsident der IGB. Josef Hess, der sowohl im Komitee für die Fianzierungshilfe bei Chabad wie auch im Vorstand der IGB in der Komission Soziales/Gemeindehaus vertreten ist, sieht keine Probleme zwischen Chabad und der Gemeinde: «Chabad zeigt uns zum Teil, wie wir es besser machen können, zudem besteht die Chance für gemeinsame Anlässe.» Ausser einer Glacé-Party für Kinder an Schawuot gibt es bisher allerdings keine offizielle Zusammenarbeit. Nordmann bestätigt aber, dass immer wieder «informelle Gespräche stattfinden». Das Wort Konkurrenz fällt auf beiden Seiten nicht, man sieht sich mehr als gegenseitige Ergänzung.