Finanzkrise wirkt sich auf Maccabi Schweiz aus

von Jeremy Weill, April 2, 2009
An den 18. Makkabiade-Spielen, die vom 12. bis 26. Juli in Israel stattfinden, will die Schweiz mit einer grossen Delegation antreten. Allerdings hat das Team noch mit finanziellen Problemen zu kämpfen.
DIE 18. MAKKABIADE Die Schweiz wird mit über 50 Athleten vertreten sein

Die 18. Makkabiade wird die grösste jüdische Sportveranstaltung aller Zeiten werden, wirbt das Organisationskomitee. Knapp 7000 Athleten aus 60 Ländern messen sich in 31 Sportarten. Die USA will mit 1000 Athleten anreisen. Die Schweiz will mit einer der grössten Delegationen nach Israel reisen, nämlich mit 50 Athleten. «Es ist nicht nur eine grössere, sondern auch eine professionellere Schweizer Equipe», meint Jürg Anner, Präsident von Maccabi Schweiz.
Allerdings fehlt es dem Schweizer Team noch an Geld. Allein die Teilnahme pro Sportler in Israel kostet 3000 Dollar, darin ist die Unterkunft enthalten, nicht aber der Flug. Beim 250 000 Franken schweren Budget fehlen noch 80 000 Franken. «Es ist durch die aktuelle Lage sehr schwierig geworden, aber wir sind zuversichtlich», meint Anner, der dem ganzen Problem positiv entgegenschaut und nicht von einer Krise sprechen will. Der Zusammenhang mit der Finanzkrise liege zwar auf der Hand, allerdings denkt Anner, dass die Makkabiade den Sponsoren ohnehin nicht so wichtig ist, da es zu wenig jüdische Sportler auf hohem Niveau gibt.

Karate-Schweizermeister mit dabei

Ergänzt werden die Basketball- und Fussballmannschaften durch zwei bis drei Bowlingspieler sowie Tennisspieler und Golfer. Auch ein Karate-Schweizermeister der Juniorenklasse tritt für Maccabi Schweiz an. Es sei schwer, gute jüdische Sportler in der Schweiz zu finden, und der Verband sei auf viel Mundpropaganda angewiesen, gibt Müller zu bedenken. Das Niveau an der Weltmakkabiade ist relativ hoch, in der Vergangenheit haben auch schon Spitzensportler wie der ehemalige Schwimm-Olympiasieger Mark Spitz teilgenommen. Die Medaillenhoffnungen der Schweizer Delegation halten sich denn auch in Grenzen, aber Müller geht davon aus, dass es doch die eine oder andere Medaille geben wird, «vor allem im Golf und im Tennis.» Im Bowling hat die Schweiz ebenfalls Chancen auf eine Medaille, nachdem das Team durch den 19-jährigen Basler Yuval Riegler vergrössert worden ist und regelmässig zusammen trainiert.

Gute Zusammenarbeit über den Röstigraben hinweg

Erfreulich ist die Zusammenarbeit mit den Westschweizern, die mit dem Basketballteam und einer Golfequipe mehr Sportler stellen als in den vergangenen Jahren. Die Zusammenarbeit über den «Röstigraben» hinweg ist in den vergangenen Jahren nicht immer reibungslos verlaufen. «Das Basketballteam zeigt, dass das Schweizer Team keinen Röstigraben kennt, hier spielen Genfer und Zürcher zusammen», sagt Anner dazu. Die Golf-Spieler kommen dagegen ausschliesslich aus der französischen Schweiz. Im Tennis sind neben der Baslerin Jessica Anner auch zwei sehr gute Spieler aus Genf am Start.
Im Gegensatz zu den Westschweizern sind dieses Jahr die Junioren in der Minderheit. Insgesamt zählt die Schweizer Delegation bloss drei Junioren: den Karatekämpfer, einen Tennisspieler und einen Golfer. Dazu meint Anner: «Es kommen dieses Jahr zwar nicht viele Junioren mit, dafür sind die Mitreisenden sehr gute Sportler und in der Schweiz top.»