Faust

May 27, 2010
Romanautor, Dramatiker, streitbarer Essayist: der Österreicher Robert Menasse hat nicht nur in seiner Heimat immer mal wieder für rote Köpfe gesorgt.
Robert Menasse

Als Kommentator und Kritiker des politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Geschehens hat sich Menasse auch mit dem Kapitalismus unserer Tage auseinandergesetzt. Wer ist der Nachfolger des für tot erklärten Gottes? Wo liegen die Grenzen eines Systems, das in der Verneinung der Grundbedingung der Endlichkeit alles Existierenden nur funktionieren kann, wenn es auf unendliche Ressourcen zurückgreifen kann? In seinem im letzten April in Darmstadt uraufgeführten Stück «Doktor Hoechst – ein Faustspiel» wird aus Faust Dr. Hoechst, ein Spekulant, für den wirtschaftliches Wachstum Ziel allen Strebens ist und der nach dem Verlust seines Vermögens Selbstmord begeht. Über Wirtschaft, Religion und das Faustische spricht Robert Menasse unter dem Motto «Faust oder: Wie wir es halten mit der Kapitalismusreligion» am nächsten Mittwoch in Zürich. [TA]

Mittwoch, 2. Juni, 19.00 Uhr, ETH, Rämistrasse 101,
Audi Max, Zürich.