Exzessiv
Sie gilt heute als eine der wichtigsten spanischsprachigen jüdischen Stimmen des 20. Jahrhunderts: Alejandra Pizarnik. Ihre Eltern emigrierten 1934 aus der Sowjetunion nach Buenos Aires. Alejandra und ihre Schwester genossen neben der normalen Schulbildung auch eine religiöse Erziehung, zu der unter anderem jiddischer Sprachunterricht gehörte. Schon im Alter von 19 Jahren wurde Pizarniks erster Gedichtband veröffentlicht. Ihr Leben schwankte bereits früh zwischen Todesnähe und -sehnsucht, Exzess und Rückzug: Drogen und sexuelle Verhältnisse mit Männern und Frauen gehörten ebenso dazu wie ein beinahe rauschhaftes Arbeiten, das ihr den Namen «Tochter der Schlaflosigkeit» eintrug. Nach einem vierjährigen Parisaufenthalt kehrte Alejandra Pizarnik nach Argentinien zurück, wo ihr Werk zunehmend entdeckt wurde und das Zuhause der Dichterin zu einem Platz des regen literarischen Austausches wurde. Ob Alejandra Pizarniks früher Tod 1972 ein Suizid war oder ob sie durch eine unabsichtliche Überdosierung starb, ist umstritten. Am 29. April wäre die Dichterin 75 Jahre alt geworden. [em]