«Es gibt keinen Waffenstillstand im Süden»

October 31, 2011
Die israelische Luftwaffe macht Jagd auf Palästinenser, die wieder Raketen gegen dne jüdischen Staat abfeuern.
Israels Premier Netanyahu spricht klare Worte

In den frühen Morgenstunden des Montags griff die israelische Luftwaffe eine Gruppe von Terroristen an, kurz nachdem diese eine Kassemrakete gegen Israel abgefeuert hatte. Der israelische Armeesprecher berichtete von «klaren Treffern». Mit dieser Aktion unterstreicht Israel die Ernsthaftigkeit der Worte seines Regierungschefs Binyamin Netanyahu, der an der wöchentlichen Kabinettsitzung vom Sonntag betont hatte, es gebe im Süden keinen Waffenstillstand. «Die Armee ist entschlossen, die Sicherheit der Bürger Israels zu gewährleisten», betonte der Premier, der damit de facto die ägyptischen Vermittlungsversuche in der neu aufgeflammten Eskalation zwischen palästinensischen Terrorverbänden im Gazastreifen und Israel zum Misserfolg erklärte. Seit letztem Mittwoch haben dutzende von palästinensischen Raketen auf israelischer Seite einen Toten und beträchtlichen Sachschaden gefordert, während den israelischen Vergeltungsaktionen bis jetzt mindestens zehn Palästinenser, vorwiegend Angehörige des von Iran finanzierten Islamischen Jihads, zum Opfer fielen. «Die andere Seite wird einen viel höheren Preis zahlen müssen, als sie bisher schon entrichtet hat», warnte Netanyahu. Ein Sprecher des Islamischen Jihads reagierte mit der Ankündigung, seine Organisation werde die Angriffe «viel tiefer» ins israelische Territorium hineintragen. Beobachter sind sich darin einig, dass an sich weder die den Gazastreifen kontrollierende Hamas noch Israel an einer Eskalation interessiert sind, dass aber die vor allem von kleineren, ausgesprochen extremistischen Gruppierungen verübten Angriffe eine Eigendynamik der Gewalt entwickelt hätten, die zusehends schwieriger zu kontrollieren sei. – Heute Montag ruht in den meisten Städten und Ortschaften im israelischen Süden der Schulbetrieb aus Angst vor weiteren Raketenattacken. [JU]