Erzürnt
So dichtet die populäre britische Autorin Sharon Dogar der holländischen Kriegsheldin wider Willen eine romantische Affäre mit dem Amsterdamer Nachbarsjungen Peter van Pels an. Das auf dieser Grundlage entstandene fiktionale Tagebuch «Annexed», das sie dem Jungen unterschiebt, hat den Unmut des in der Schweiz lebenden Buddy Elias ausgelöst, dem Cousin von Annes Vater Otto Frank. In einem Interview mit der «Sunday Times» kritisiert Buddy Elias Sharon Dogar für das, was er ein ungenaues Porträt der beiden Teenager nennt. «Anne war nicht das Kind, welches das Buch schildert», sagt Elias. «Und ich glaube auch nicht, dass ihr schreckliches Schicksal dazu benutzt werden sollte, irgendwelche fiktionale Geschichten zu schreiben.» Unter Berufung auf Erzählungen von Otto Frank bezeichnete Elias Peter van Pels als «sehr schüchtern». Dogars Buch würde ihn mit einem Charakter versehen, den er nicht besessen habe. Wie Anne Frank, die in Bergen-Belsen ermordet wurde, starb auch Peter van Pels in einem Konzentrationslager – in Mauthausen. [ju]