Erweiterte Anklage im JCC-Betrugsskandal
Das FBI hat dieser Tage den Kreis der Angeklagten in dem seit Februar 2010 bekannten Skandal um Unterschlagungen bei der Jewish Claims Conference (JCC) von 19 auf 30 Personen erweitert. Zugleich gehen die Ermittler nun davon aus, dass die Verdächtigen mindestens 57 Millionen Dollar aus Entschädigungs-Fonds für Holocaust-Überlebende entwendet haben. Die JCC vertritt seit 1951 Holocaust-Opfer bei der Entschädigung durch Deutschland.
Das New Yorker JCC-Hauptquartier hat die Öffentlichkeit zunächst über die Unterschlagung von 350.000 Dollar informiert. Danach stiegen Schätzungen der Organisation auf einen Schaden von 42,5 Millionen. Im vergangenen Herbst hat das FBI in New York in der Sache Anklage gegen 17 Personen erhoben, darunter sechs JCC-Angestellte. Sie sollen seit 1994 Entschädigungszahlungen unterschlagen haben. Der Betrug betrifft zwei nach 1980 von der JCC erwirkte Härtefonds für bis dahin unbedacht gebliebene jüdische Überlebende, meist aus Osteuropa. Auf deutschen Wunsch prüft die JCC Anträge für diese Fonds und wickelt dann Zahlungen in Höhe von jeweils rund 3600 Dollar ab, die von der Bundesregierung finanziert werden. Der Verband hat bislang über 410 000 von 630 000 Anträgen bewilligt. Das FBI hat darunter mindestens 5000 Zusprüche aufgrund gefälschter Anträge festgestellt und nun erklärt, gegen die mutmasslichen Betrüger mit aller Härte vorgehen zu wollen. [AM]