Erschreckend klare Worte
Die Prognose: «Israel wird existieren und wird fortfahren zu existieren, bis der Islam es vernichtet haben wird, genauso wie er andere davor vernichtet hat» findet sich im Vorwort der am 18. August 1988 von der fundamental-islamischen Organisation Hamas verabschiedeten Verfassung, die bis heute unverändert gilt. In dem Vorwort wird der Kampf der Hamas gegen die Juden ferner als «sehr gross und sehr seriös» bezeichnet. Vor dem Hintergrund des derzeit laufenden Konflikts zwischen der israelischen Armee und Hamas lohnt es sich, einen Blick in den Text zu werfen.
Aufruf zum heiligen Krieg
Laut Artikel drei ist die Hamas bestrebt, das Banner von Allah «über jeden Millimeter von Palästina» wehen zu lassen. Artikel 13 gibt Auskunft über die Art und Weise, wie die Hamas dieses Ziel zu verwirklichen gedenkt: «Für die palästinensische Frage ist der Jihad (heilige Krieg) die einzige Lösung.» Artikel acht geht hinsichtlich des einzuschlagenden Weges noch etwas mehr ins Detail: «Der Slogan der islamischen Widerstandsbewegung: Allah ist sein Ziel, der Prophet sein Modell, der Koran seine Verfassung: Der Jihad ist sein Pfad und der Tod für Allah ist der erhabenste seiner Wünsche.» Angesichts der Besetzung Palästinas durch die Juden ist das Hissen des Banners des Jihad «zwangsläufig» (Art. 15). Artikel 32 schliesslich hält fest, dass derjenige, der den Kreis des Kampfes gegen den Zionismus verlässt, Hochverrat begeht. Diese Feststellung geht Hand in Hand mit dem Argument aus Artikel 13, wonach die gelegentlich zu hörenden Aufrufe zu einer internationalen Konferenz zwecks Lösung der Palästinenserfrage nichts anderes seien als Versuche, die «Ungläubigen» im Land der Muslime als Vermittler und Schlichter zu etablieren.
Kehren wir zurück zu Artikel 32. Dort wird der zionistische Plan als «grenzenlos» bezeichnet. Nach Palästina würden die Zionisten laut Hamas eine Expansion «vom Nil bis zum Euphrat» anstreben. Ihr Plan sei in den «Protokollen der Weisen von Zion» enthalten, und ihr derzeitiges Verhalten sei der beste Beweis für die Richtigkeit von dem, «was wir sagen». Die Verfassung der Hamas ruft aber nicht nur die eigenen Mitglieder zum Jihad auf, sondern islamische Gruppen in der ganzen arabischen Welt, da sie alle bestens ausgerüstet seien für die künftige Rolle im Kampf gegen die «kriegslüsternen» Juden.
Hass gegen den Zionismus
In Artikel 28 geht die Hamas in ihrem Hass gegen den Zionismus voll aus sich heraus: «Die zionistische Invasion ist eine bösartige Invasion. Sie schreckt vor keinen Methoden zurück und benutzt alle schlechten und verachtungswürdigen Wege, um ihre Ziele zu erreichen. Bei seinen Infiltrations- und Spionageoperationen verlässt sich der Zionismus weitgehend auf die Geheimorganisationen, zu deren Entstehen er beigetragen hat, wie die Freimaurer-, Rotarier- und Lions-Clubs sowie anderen Sabotagegruppen. Alle diese Organisationen arbeiten, entweder insgeheim oder offen, im Interesse des Zionismus und aufgrund seiner Instruktionen. Sie zielen auf die Untergrabung von Gesellschaften ab, auf die Zerstörung von Wertvorstellungen, auf das Korrumpieren des Gewissens, die Anfechtung des Charakters sowie auf die Vernichtung des Islam. Der Zionismus steht hinter dem Drogenhandel und dem Alkoholismus in all seinen Formen. Er kontrolliert und expandiert diese Tätigkeit.»
Ins Bewusstsein der muslimischen Generationen schliesslich sei die Tatsache zu verankern, dass das palästinensische Problem ein religiöses sei (Artikel 15), das auch entsprechend zu behandeln sei. Diese skizzenhaften Auszüge aus der Hamas-Verfassung lassen die Chancen auf einen Verhandlungsfrieden zwischen Israel und dieser Organisation auf praktisch null sinken. Ausser, man «verdreht» einmal mehr das berühmte geflügelte Wort Ben Gurions, wonach im Nahen Ost kein Realist ist, wer nicht an Wunder glaubt.