Erforschung des Judentums

June 10, 2010

Judaistik in der Schweiz

Jüdische Studien und Judaistik sind die offiziellen Bezeichnungen eines Hochschulfachs, welches sich der Erforschung des Judentums als geschichtlicher und soziologischer Einheit widmet. Bereits 1971 wurde Judaistik in Luzern als universitäre Disziplin angeboten. 1981 wurde das Luzerner Institut für Jüdisch-Christliche Forschung (IJCF) unter der Leitung von Clemens Thoma gegründet. Neben grundlegenden Einführungen in Kultur, Reli­gion, Liturgie und Geschichte des Judentums konzentriert sich das IJCF in Forschung und Lehre auf die Themenbereiche Jüdische Ethik, Jüdisch-christlicher Dialog, Moderne jüdische Geschichte und Kulturgeschichte, Jüdisches Recht, sowie auf das Thema Judentum und Islam. Im Oktober 1998 hat das Institut für Jüdische Studien der Universität Basel (vgl. Artikel)seine Arbeit aufgenommen. Auch in Basel wird einem breitgefächerten Themenspektrum nachgegangen, wobei der Geschichte der Juden in der Schweiz besondere Aufmerksamkeit gilt. An der Universität Bern besteht seit 2005 die Interfakultäre Forschungsstelle für Judaistik, welche sich unter der Leitung von René Bloch der Erforschung des Judentums in Antike und Mittelalter widmet. Die Universität Zürich rief in diesem Frühjahr die Sigi-Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien ins Leben. Zur ersten Gastprofessorin wurde Myriam Bienenstock berufen. Jacques Ehrenfreund hält seit 2005 eine Ordentliche Professur für die Geschichte der Juden und des Judentums an der Universität Lausanne. Zudem sind am Département des Sciences de l’Antiquité der Universität Genf und an verschiedenen Reli­gionswissenschaftlichen und Theologischen Fakultäten der Schweiz Aspekte der Jüdischen Religion im Turnus Lehrgegenstand. [zu]