Ende gut, alles gut
Der Keren Hajessod Schweiz (KH) unterstützte die «Friedensschule Mizpe Ramon» mit 2,5 Millionen Franken, rund der Hälfte der Baukosten. Ein wichtiges Projekt, gibt es doch in der Wüstenstadt neben einer alten Schule weit und breit keine moderne Unterrichtseinrichtung. Vor allem seitdem die Bevölkerung bis zum Jahr 1998 durch die Zuwanderung von russischen Einwanderern sprunghaft auf 6200 Menschen (1990 waren es noch 2800) anstieg, musste sich die Stadtbehörde etwas einfallen lassen. Heute umfasst die Schule zwölf Klassenzimmer mit Übungs- und Nebenräumen und zudem - dies wurde von der KH-Jugendorganisation Atid finanziert - ein Computerzimmer mit Bibliothek.
Kritik ernst genommen
Inzwischen ist mit Schweizer Unterstützung das Projekt der Friedensschule fertiggestellt worden. Eine moderne Schule, die das Bildungsangebot massiv erhöhen wird. Damit unmittelbar verbunden wird die Integration von Einwanderern ausserhalb der Ballungszentren gefördert werden. Als Absolventen der Schule sollen die Jugendlichen so besseren Zugang zu Universitäten und Hochschulen erhalten.
Als die JR allerdings aufdeckte, dass die Schulleitung noch bis August 1999 nicht wie geplant den regulären Schulbetrieb aufnehmen konnte, stieg auch unter Spendern und KH-Verantwortlichen der Unmut, nachdem dieses Projekt mit viel Herzblut und Engagement gefördert wurde. Zwar gab es während des Schuljahres gemäss Aussagen der Verantwortlichen bereits Kurse für Studentinnen und Studenten, 60 Lehrerinnen und Lehrer wurden pädagogisch systematisch weitergebildet, Computerkurse für Erwachsene und Sommerkurse für Schüler fanden statt. Die Bürokratie verhinderte jedoch, dass der reguläre Schulbetrieb nach der Eröffnungszeremonie aufgenommen wurde. Gründe hierfür lagen gemäss Aussagen des KH-Verantwortlichen für Europa in Israel, Micha Limor, in noch nicht fertiggestellten technischen Einrichtungen. Die Schweizer Verantwortlichen wurden allerdings über solche Schwierigkeiten nie informiert. Dementsprechend machte sich auch Empörung breit. Von Seiten des KH-Hauptbüros in Israel wurde dem JR-Berichterstatter vorgeworfen, der Organisation «unermesslichen Schaden» zugefügt zu haben, obwohl die inhaltliche Richtigkeit des Artikels nicht bestritten werden konnte. Die JR kritisierte in ihrem Artikel, dass nach der Ablieferung der finanziellen Mittel keine Nachkontrolle seitens der Schweiz durchgeführt wurde. Eine Kritik, die ernst genommen wurde. Der KH-Vertreter in der Schweiz, Meir Harel, setzte sodann alle Hebel in Bewegung und begann nach dem Rechten zu schauen. Er nahm Kontakt mit der Schulleitung wie auch mit dem Erziehungsdepartement auf und sandte Vertreter des Jerusalemer Hauptbüros von KH nach Mizpe Ramon, um die Gewissheit zu haben, dass die Schule auch wirklich auf Semesterbeginn bereit ist. Mit Erfolg, wie es scheint.
Zufriedene Gesichter
Gestern Mittwoch war es soweit. 360 Schülerinnen und Schüler starteten ins neue Schuljahr. Und sie fühlten sich sichtlich wohl in der neuen Umgebung. Mit 965 Wochenstunden wurde der Vollbetrieb aufgenommen. In 28 Klassen wird nun unterrichtet, wobei neben dem obligaten Schulteil auch Fächer wie Kunst oder etwa Musik im Angebot stehen. Für Meir Harel ist klar, dass trotz der anfänglichen Schwierigkeiten die Friedensschule ein Meilenstein ist: «Dies ist ein ganz wichtiges Projekt für die jüdische Erziehung und für die Integration von Einwanderern.» Demnächst wird die Schule auch auf Video zu betrachten sein. Denn gestern schickte der KH ein Filmteam nach Mizpe Ramon, um die Eröffnung auf Zelluloid festzuhalten.