Einbruch beim Justizminister
Rechtsgerichtete Aktivisten sind am frühen Sonntagmorgen aus Protest gegen den sich Gefangenenaustausch von über tausend Palästinensern gegen den IDF-Soldaten Gilad Shalit in die Wohnung von Justizminister Yaakov Neeman in Jerusalem eingedrungen. Den Demonstranten gelang es, die Sicherheitswache des Ministers zu umgehen. Sie sangen Slogans gegen Neeman und gegen die Freilassung palästinensischer Gefangener. Gleichzeitig forderten sie die Freilassung jüdischer Häftlinge, die wegen Angriffen gegen arabische Ziele im Gefängnis sitzen. Baruch Marzel, ein bekannter Rechtsaktivist, sprach den Eindringlichen ein Lob aus und meinte, Neeman habe als Justizminister bisher «absolut nichts» getan, und sein erster Akt sei die Begnadigung von «600 Mördern». Der Minister kam bei der Aktion ebenso wenig zu Schaden wie Staatspräsident Shimon Peres, vor dessen Residenz die Demonstranten zuvor aufmarschiert waren. Peres muss die Begnadigungsbeschlüsse für die palästinensischen Sicherheitsgefangenen unterschreiben. [JU]