Einblicke in die Diaspora
Bis Sonntag absolvierten die 15 israelischen Studierenden, welche im Rahmen eines Austauschprogramms die Schweiz besuchten, ein volles Programm. Sie lernten dabei nicht nur die jüdischen Seiten von Schweizer Städten wie Zürich, Luzern oder Basel kennen, sondern konnten auch am Jom Haazmaut miterleben, wie Schweizer den israelischen Unabhängigkeitstag feiern. Der Austausch, welcher in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand, war ein voller Erfolg. Er fand unter dem Patronat der Partnerschaft 2000 (P2K) des Keren Hajessod Schweiz statt und wurde vom Verein Jüdischer Studenten Zürich (VJSZ) und dem Studentenverband der landwirtschaftlichen Fakultät Rehovot organisiert.
Menschennaher Austausch
Die Projekte, welche im Rahmen von P2K durchgeführt werden, sollen direkte Beziehungen zwischen israelischen Gemeinden und jüdischen Gemeinden in der Diaspora schaffen und den gegenseitigen Austausch fördern. Projektpartner der Schweiz ist dabei Rehovot. Auch die 15 Studierenden, welche diesen Monat die Schweiz besuchten, studieren an der landwirtschaftlichen Fakultät der Hebräischen Universität Jerusalem in Rehovot. «Der Austausch verbindet auf verschiedenen Ebenen und soll den Studierenden aus Israel den Einblick in das jüdische Leben der Diaspora ermöglichen», ergänzt Liad Levy Mousan, Projektkoordinator von P2K des Keren Hajessod. Die Studierenden aus Israel, alle zwischen 22 und 28 Jahre alt, residierten während ihres Besuchs bei Schweizer Gastfamilien. Es war für die meisten von ihnen eine spannende neue Erfahrung, das Leben in der Diaspora kennenzulernen. «Es ist sehr interessant zu erleben, wie Israel und wir Israeli von Juden in der Diaspora wahrgenommen werden», erzählte eine Studentin aus Rehovot. Ihre Hauptmotivation für den Besuch in der Schweiz sei es denn auch gewesen, als eine Art Botschafterin zu fungieren, das Leben in Israel aus ihrer Sicht zu beschreiben und ihre Standpunkte zu erklären.
Reichhaltiges Programm
Das Programm, welches für die Besucher zusammengestellt wurde, beinhaltete diverse Vorlesungen und Diskussionen zum Judentum in der Schweiz. Neben einer Führung durch Zürich und einem Besuch an der ETH am Montag stand am Dienstag die Stadt Basel im Mittelpunkt. Erik Petry und andere Mitarbeitende und Studierende am Institut für Jüdische Studien (IJS) der Universität Basel gaben historische Einblicke in die für die Gründung des Staates Israel so zentrale Stadt und führten auf den Spuren Theodor Herzls etwa durch das Stadtcasino oder das Hotel Les Trois Rois. Es folgte ein Besuch am IJS und eine Führung durch die hiesige Synagoge, bevor die Delegation zurück nach Zürich eilte und am Abend im Gemeindezentrum der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich den Jom Haazmaut feierte. Am Mittwoch stand unter anderem ein Besuch in Luzern auf dem Programm und am Donnerstag genoss die Delegation das beliebte VJSZ-Sushi-Essen «Jewshi». Die Delegation unternahm zudem eine Wanderung auf dem Üetliberg und einen gemeinsamen Schabbat, bevor es am Sonntag wieder zurück nach Israel ging. Der Besuch einer Delegation von Schweizer Studierenden in Israel ist bereits in Planung und kann vielleicht schon diesen Herbst realisiert werden.