Ein koscheres Take-away für Zürich
Es kommt Bewegung in die koschere Restaurantszene in Zürich. Zwar ist das eight25, das Restaurant auf dem Areal der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich, zurzeit mal wieder geschlossen, doch andernorts tut sich etwas. An der Zurlindenstrasse betreibt Chaim Baranes bereits seit einiger Zeit das fleischige Restaurant Baranes, und Anfang September eröffnet Ziri Fein ein fleischiges Take-away beim Waffenplatz.
Fein ist beileibe kein Neuling auf dem Gebiet der koscheren Verpflegung. Ihre Firma Fein & Schein ist in der jüdischen Schweiz vielmehr eine feste Grösse; unzählige Hochzeiten und Bar Mizwas hat Ziri Fein in der Vergangenheit schon ausgerichtet. Mit dem Take-away wagt sie sich nun auf ein neues Gebiet vor.
Kein Konkurrenzkampf
Das Angebot im Lokal an der Ecke Bederstrasse und Kloppstockstrasse soll reichhaltig sein: Wähen, heisse und kalte Sandwiches, Salate, Suppen sowie ein Tagesmenü. Fein sieht ihr Take-away-Geschäft nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Angeboten. «In den heutigen unsicheren Zeiten ist ein Umdenken gefragt und dem versuchen wir preislich Rechnung zu tragen», erklärt Fein. Das Take-away soll auch junge Leute ansprechen, die einen kleinen Imbiss für Zwischendurch möchten. Natürlich ist Fein klar, dass sie preislich nicht mit unkoscheren Angeboten konkurrieren kann, dafür biete sie hochwertige Qualität und eine kleine Oase im Alltag. Wer mag, kann gerne auch ein bisschen in der Lounge verweilen – im Lokal wird es Sitzgelegenheiten für zehn Personen geben; Parkplätze sind ebenfalls vorhanden.
Unter der Woche wird das Take-away bis 20.00 Uhr geöffnet sein, am Freitag bis 14.00 Uhr. An diesem Tag wird es jeweils ein besonderes Angebot geben, «Schabbes von A bis Z», bei dem sich jeder kulinarisch – und natürlich koscher – für den Schabbat eindecken kann. Die Aufsicht über die Kaschrut unterliegt dabei dem Rabbinat der Gemeinde Agudas Achim.
Eine Herausforderung
Neben der Neueröffnung stehen bei Fein noch weitere Veränderungen an: Neu ist ihr Sohn Moshe im Betrieb mit von der Partie. Und um zu markieren, dass nun gleich zwei Feins um das leibliche Wohl der Gäste besorgt sind, wird ihr Betrieb künftig unter dem Namen Fine by Fein firmieren. Und auch im angestammten Bereich des Event-Caterings wird expandiert. Fine by Fein hat für Anlässe e ine eigene Lokalität im Angebot. Im Saal an der Edenstrasse, im gleichen Gebäude wie die Jüdische Schule Knaben, finden bis zu 60 Leute Platz. Es mangelt also nicht an Unternehmergeist. Doch Ziri Fein gibt sich bescheiden. Sie freue sich auf die neue Herausforderung, habe aber auch ein bisschen Angst. «Mit Gottes Hilfe haben wir aber eine Marktlücke entdeckt.»
Eröffnungsapéro am Dienstag, 1. September, zwischen 17.00 und 21.00 Uhr, Bederstrasse 102, Zürich.