Ein Fest der Freude
Nachdem das 60-Jahr-Jubiläum des Schweizer Kinderhilfswerks Kiriat Yearim im März im KKL Luzern mit einer grossen Benefizgala begangen wurde, fanden vergangene Woche die Feierlichkeiten im Kinderdorf in Kiriat Yearim selbst, in den Hügeln von Jerusalem gelegen, statt.
Einen Nachmittag und Abend lang hatte das Kinderdorf seine Türen geöffnet und Partner, Freunde und Interessierte eingeladen. So bot sich den Besucherinnen und Besuchern die einmalige Möglichkeit, für ein paar Stunden hinter die Kulissen zu blicken und einen Eindruck von der täglichen Arbeit und Betreuung der heute etwa 140 schwer erziehbaren Kinder und Jugendlichen zu gewinnen.
Etwas ganz Besonderes haben sich die Verantwortlichen des Dorfes ausgedacht und das Jubiläum erstmals dazu genutzt, alle bisherigen Abgängerinnen und Abgänger von Kiriat Yearim zu einem grossen Wiedersehen einzuladen. Entsprechend gross war denn auch der abendliche Andrang: Mehrere hundert Ex-Schülerinnen und Schüler trafen – oft erstmals seit dem Beenden ihre Schulzeit in Kiriat Yearim – ihre alten Schulkameradinnen und -kameraden wieder. So war das allgemeine Stimmungsbild geprägt von herzlichen Umarmungen, Freudentränen sowie feierlichen und stimmungsvollen Wiedervereinigungen.
Um 18 Uhr hatte das Kinderdorf unter der Leitung von Shimoni Peretz und seiner Stellvertreterin Naama Katz ausgewählte Personen zu einem offiziellen Jubiläumsempfang geladen, bevor anschliessend die grosse Open-Air-Party auf dem Sportgelände starten konnte. Neben wichtigen lokalen Persönlichkeiten wie Natan Sharansky, Vorsitzender der Jewish Agency, fand auch Reuven Feuerstein, der in diesen Tagen seinen 90. Geburtstag feiert, den Weg zu seiner alten Wirkungsstätte. Sein weltbekanntes diagnostisches Lernkonzept «Instrumental Enrichment» bildet seit Jahrzehnten die Grundlage für das erzieherische Konzept im Kinderdorf. Der Einladung zu den Feierlichkeiten gefolgt ist auch eine zwölfköpfige Reisegruppe aus der Schweiz, allen voran die Präsidentin von Kiriat Yearim Schweiz, Nadine Berg-Bollag, die Geschäftsführerin Annemarie Eskenazi sowie die Vorstandsmitglieder Francis Lang und Marianne Blumenfeld (vgl. tachles 13/2011). [ta]