Eigenständig und doch betreut
Ein Kran mitten auf der Strasse, etliche Bauarbeiter und eine grosse Häuserlücke. All dies findet man vor, wenn man in diesen Tagen an der Leimenstrasse in Basel am jüdischen Altersheim Holbeinhof vorbeigeht. Das Grundstück, welches direkt neben dem Holbeinhof liegt, gehört dem Verein La Charmille, und im vierstöckigen Neubau entstehen vier Alterswohnungen. «Wir haben die Höhe des neuen Hauses an jene des Holbeinhofs angepasst», erklärt Andreas Waldmann, Präsident des Vereins La Charmille, die Besonderheit der Wohnungen, «dadurch wird es eine direkte Verbindung ins Treppenhaus des anliegenden Alterheims geben.» Dies hat zum Vorteil, dass die Bewohnerinnen und Bewohner sehr preiswert Hilfe anfordern können, wenn sie zum Beispiel einen Nachtdienst brauchen, da das Personal sowieso im Holbeinhof im Einsatz ist. Damit kein Intimitätsverlust entsteht, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Holbeinhofs allerdings keinen direkten Zugang zu den Wohnungen.
Parterrefläche noch frei
Drei Wohnungen haben etwas mehr als 100 Quadratmeter Fläche, dazu kommt eine weitere mit rund 70 Quadratmetern. «Die Wohnungen eignen sich für Ehepaare und obwohl wir sie noch nicht ausgeschrieben haben, sind bereits zwei Anfragen eingegangen. Allgemein wird das Interesse sicherlich sehr hoch sein, da solche Alterswohnungen im Trend liegen», erklärt Andreas Waldmann. Die Wohnungspreise sind noch nicht festgelegt, aber er stellt aber klar: «Wir sind kein Immobilienunternehmen und wollen keinen Gewinn machen. Unser Ziel ist es, einen möglichst kostendeckenden Preis zu finden, der die Miete und die möglichen Zusatzleistungen des Holbeinhofs beinhaltet.» Offen ist bisher die Frage, wie die Fläche im Parterre genutzt wird. Nach Angaben von Diener & Diener Architekten wäre der vorhandene Platz ideal für eine Physiotherapie- oder Arztpraxis.
Nächstes Projekt Haus Eden
Während die vier Wohnungen am 1. März 2011 bezugsbereit sein werden, denkt der Verein La Charmille bereits an ein nächstes Projekt. «Die Idee ist, dass weitere Alterswohnungen im Haus Eden am Schützengraben entstehen», erzählt Waldmann. Allerdings gehört das Haus derzeit noch der Israelitischen Gemeinde Basel und in den angesprochenen Wohnungen sind momentan Studenten eingemietet. «Natürlich befindet sich dieses Projekt noch im Anfangsstadium und es wird einige Zeit brauchen. Der Vorteil sind die günstigen Preise. Es wäre doch schön, wenn eine gemischte Nutzung von Studenten und älteren Leuten möglich wäre», wagt Andreas Waldmann einen Blick in die Zukunft. Eine Konkretisierung des Projekts sowie Gespräche mit der Gemeinde werden ab Herbst stattfinden.