Eigenwillig
Das erklärte der Diplomat Avi Primor, ehemaliger israelischer Botschafter in Brüssel und Deutschland, in einem Interview mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung». «Wir sollten unsere Position und unsere Argumente darlegen und nicht abseits stehen», meinte Primor, der sich mit seiner Ansicht in diametralen Gegensatz zur offiziellen, von der Regierung Binyamin Netanyahu vertretenen Linie stellt. So sehr man den Bericht ablehnen möge, könne man ihn nicht ignorieren, fügte Primor hinzu. Goldstone wäre in Israel eher akzeptiert worden, wenn er versucht hätte, ausgeglichener zu sein und beispielsweise bei aller Kritik an Israel die Hamas als Kriegsverbrecher bezeichnet hätte. Ein Frieden im Nahen Osten sei zwar möglich, doch sieht Primor ihn nicht in den nächsten Jahren Realität werden. Palästinenser und Israeli seien zu schwach, um sich auf Konzessionen einzulassen; ohne ein stärkeres internationales Engagement werde es keinen Frieden geben. [ju]