Ehrung

December 16, 2009
In seiner Heimatstadt Köln wurde der amerikanische Soziologe Amitai Etzioni mit dem mit 50 000 Euro dotierten Meister-Eckhardt-Preis ausgezeichnet.
Amitai Etzioni

Der 1929 als Werner Falk geborene Etzioni konnte mit seiner Familie 1936 nach Palästina ausreisen. Als 17-Jähriger schloss er sich dem Unabhängigkeitskampf an. Nach dessen Ende lernte er Martin Buber kennen, der sein Denken stark beeinflusste. Nach der Auswanderung in die USA studierte Etzioni Soziologie und wurde 1958 an die Columbia Universität berufen, wo er 20 Jahre einen Lehrstuhl innehatte. Amitai Etzioni mischte sich immer wieder politisch ein. Er ist einer der Begründer des Kommunitarismus, einer Denkströmung, in welcher dem individuellen Nutzen als Handlungsmotivation das Streben nach dem Gemeinwohl beigestellt wird. «In einer Zeit der wachsenden Skepsis gegenüber einem entfesselten Individualismus, der in nicht unerheblichem Maße zu den jüngsten ökonomischen und sozialen Verwerfungen beigetragen hat, tritt Amitai Etzioni als unbeirrbarer Verfechter der moralischen Dimension im politischen und öffentlichen Leben auf», so die Jury.         [em]