Ehrendoktorwürde

November 19, 2010


Eine Grosse Anerkennung


 Die Verleihung eines Ehrendoktortitels durch die Universität Basel an Lord Jonathan Sacks, Oberrabbiner von Grossbritannien, ist fraglos eine grosse Anerkennung. Der britische «Chief Rabbi», auch schlicht Chief genannt, weiss dies auch zu schätzen. In diesem Jahr, in dem er in das britische House of Lords berufen wurde, mit Professoren und Kardinälen aus der ganzen Welt Dialoge führte – ganz abgesehen von der persönlichen Unterredung mit dem Papst, zu der er meinte: «Eine Seele berührte die andere und es folgte ein gesegneter Moment der Heilung» –, könnte ihm verziehen werden, wenn er den diese Woche erteilten Titel gelassen hinnähme. Oberrabbiner Sacks  weiss die Ehre zu schätzen, äussert sich jedoch nach wie vor in Bescheidenheit, die allerdings ein starkes Selbstbewusstsein nicht ausschliesst. Nebst den bereits erwähnten Verdiensten durfte Sacks in den vergangenen Monaten seiner langen Bücherliste zusätzlich noch drei weitere Titel hinzufügen. Trotz all dieser Aufgaben vernachlässigte er es nicht, pünktlich und mit gewohnt grossem Echo seinen Fernseh- und Radioverpflichtungen nachzukommen. Augenzwinkernd gestand er bei der Erwähnung seiner BBC-Morgensendung «Thought of the Day», dass er hier einem gewissen sadistischem Zug freien Lauf lassen könne: «Just in dem Augenblick, da der Engländer einem neuen Tag entgegenblickt und die Herbstsonne begrüsst, kommt der Oberrabbiner daher und sucht ihn mit einer Predigt heim», sagt er und fügt offenherzig hinzu: «Wenigstens halte ich mich kurz.» Auch auf persönlicher Ebene war das Jahr des Oberrabbiners ein bewegtes. Seine von ihm tief verehrte Mutter Libby Sacks verstarb. Ein freudiges Ereignis war hingegen der 40. Hochzeitstag mit seiner getreuen Gattin Elaine.      Eva Burke