Die Medaillenjagd geht weiter

August 22, 2008
Für die jüdischen Sportlerinnen und Sportler geht die Medaillenjagd in Peking an den Olympischen Spielen weiter. Aber es gab auch einige Enttäuschungen.

Nach den aus jüdischer Sicht erfolgreichen Schwimmwettbewerben (Jason Lezak und Dara Torres haben weitere Medaillen gewonnen) haben weitere jüdische Athletinnen und Athleten in Peking triumphiert. So konnte im Radzeitfahren Levi Leipheimer (USA) die Bronzemedaille gewinnen (hinter dem überragenden Schweizer Olympiasieger Fabian Cancellara), und auch der Deutsche Maximilian Levy war im Teamsprint auf der Bahn mit Bronze erfolgreich. Er hat zudem diese Woche noch die Chance, im Einzelsprint auf der Bahn erneut eine Medaille zu holen (bei Redaktionsschluss stand Levy im Halbfinal). Auch in der Königsdisziplin der Ruderer, dem «Achter», gab es eine Medaille: Josh West holte sich mit Grossbritannien Silber und hielt mit seinen Teamkameraden die alte britische Rudertradition in Ehren.

Der fleissigste Medaillengewinner aus jüdischer Sicht war diesmal Jason Lezak, der drei Medaillen holte, zweimal Gold und einmal Bronze. Zwei Medaillen erschwamm sich Dara Torres. Zu ihnen gesellen sich weitere Schwimmer mit je einer Goldmedaille, nämlich Benjamin Wildman-Tobriner und Garrett Weber-Gale. Somit zählen die jüdischen Sportler zusammen bisher elf Medaillen. Das ist genau die Hälfte des Ergebnisses von Athen 2004, als die jüdischen Sportler
22 Medaillen holten. Medaillen-Hoffnungen ruhen noch in folgenden Sportarten: Im Kayak-Rudern (Rami Zur, USA, Sprint), Giselle Kanevsky (Hockey Frauen, Argentinien), Daniela Krakower (Judo Frauen) oder Deena Kastor (Marathon Frauen). Der Rekord von Athen wird wohl nicht gebrochen werden.

Mit Ausnahme der Bronzemedaille im Surfen für Shahar Zubari ist die Bilanz für das israelische Olympiateam eher ernüchternd. Die grössten Medaillenaspiranten Arik Zeevi und Gal Yekutiel hatten fest mit einem Medaillengewinn gerechnet. Besonders Zeevi (Kategorie bis 100 kg), der zweifache Olympia-Medaillengewinner von Sydney 2000 und Athen 2004, war nach seinem Zweitrunden-Out schwer enttäuscht. Indes schaffte Yekutiel beinahe eine positive Überraschung. Er verlor den Kampf um die Bronzemedaille und verpasste Edelmetall so nur denkbar knapp. Ansonsten ist die Olympia-Bilanz für Israel nach guten Resultaten im letzten Jahrzehnt bisher ernüchternd.

Joël Wüthrich