Die ICZ im neuen Heim
Den Dank des Vorstands und der Gemeinde an den Generalsekretär, das Sekretariat und den gesamten Hausdienst überbrachte Shella Kertész, Co-Präsidentin der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) in ihrer Einleitung der Gemeindeversammlung (GV). Einpacken, Arbeit in Provisorien, Wiedereinzug und Einrichten in den 220 Räumen des gründlich sanierten und renovierten Gemeindehauses stellten die Verwaltung vor Probleme, die mustergültig gelöst wurden. Auch die Arbeit der Kommissionen ging ihren gewohnten Weg. Bereits fanden die Gottesdienste an den hohen Feiertagen sowie erfolgreiche Veranstaltungen statt, wie der Anlass mit Rabbiner Adin Steinsaltz, das ICZ-tachles-Podium zur Ausschaffungs-Initiative und das Gedenkkonzert für Marcel Lang. Robert Braunschweig, Leiter des wunderbaren Synagogenchors, erhielt den Dank der Gemeinde.
Neuer Rabbiner gesucht
Die Baukommission bleibt bis zur Sommer-GV aktiv, berichtete Shella Kertész. Bis dann sollen die Abschlussarbeiten zu Ende gebracht und eine Mängelliste aufgearbeitet sein. Die von einem Sponsor ermöglichte ICZ-Lounge anstelle des früheren Restaurants soll am 1. März eröffnet werden. Vor den Räumen der Augustin-Keller-Loge wird es einen Garten geben, der auch für Kidduschim genutzt werden kann.
Co-Präsident André Bollag teilte mit, dass der überaus beliebte junge Rabbiner Arik Speaker im August 2011 mit seiner Familie endgültig nach Israel zurückkehren will, nachdem er seine Tätigkeit um ein Jahr verlängert hat. Die Suche nach einem neuen jungen Rabbiner ist in der Rabbinerschule, aus der Speaker stammt und die für einen Einsatz im Ausland ausbildet, bereits im Gang. Via Internet will Rabbiner Speaker weiterhin mit seinen treuen Schiurimbesuchern in Kontakt bleiben und der ICZ aushelfen, wenn sich die Anstellung eines Nachfolgers verzögert.
Die Probleme mit dem SIG
Nochmals kam der Co-Präsident auf die Probleme der ICZ mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) zu sprechen. Die Position des SIG als Stimme der Schweizer Judenheit sei unbestritten, sagte Bollag. Aber es gehe nicht an, dass die grösste Mitgliedsgemeinde, die ICZ, wegen verkrusteter Statuten aus den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts von Kleingemeinden überstimmt werde, die wegen der Delegiertenstruktur überproportional vertreten seien und wegen einer – noch – zwingenden Zweidrittelmehrheit Reformen verhindern können. Bollag kritisierte auch die fehlende Amtszeitbeschränkung im Centralcomité (CC). Dieser Thematik wird tachles sich demnächst erneut widmen.
Das Budget wurde im Grossen und Ganzen wie immer akzeptiert. Auch der Ärger der jungen Eltern scheint beigelegt. Jedenfalls wurde die vor einem halben Jahr zurückgestellte Gebührenordnung genauso angenommen wie das neue Schulreglement. Zum Präsidenten der Schulkommission wurde anstelle des zurückgetretenen Alain Gut neu Ronald Wildmann gewählt. Nach zweieinhalb Stunden war die GV für die 111 erschienenen ICZ-Mitglieder zu Ende.