Die Alija nimmt wieder zu
Die Zeiten der Masseneinwanderung der siebziger und achtziger Jahre, als sich bis zu 90 000 Neuimmigranten pro Jahr, vorwiegend aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, in Israel niederliessen, gehören zwar der Vergangenheit an, doch der Trend weist wieder nach oben.
Trotz anhaltender Spannung im Nahen Osten nahm nach Angaben der Jewish Agency (JA) und des Immigrationsministeriums im soeben abgelaufenen jüdischen Jahr 5771 die Alija nach Israel um gut 19 Prozent auf 21 300 Immigranten zu. Für JA-Chef Natan Sharansky ist die Entscheidung einer Person, sich sein Heim im Staat Israel aufzubauen, der «tiefste Ausdruck der Identifikation eines Diasporajuden mit Israel». Ähnlich reagiert auch die
israelische Einwanderungsministerin Sofa Landver. Für sie manifestieren die Daten den «kontinuierlichen Trend der Alija und der Stärkung des Zionismus». Nicht unwesentlich ist auch die Tatsache, dass im letzten jüdischen Jahr 2780 Immigranten aus Äthiopien (vor allem Falash Mura) nach Israel kamen, 210 Prozent mehr als im Jahr davor aus Äthiopien. Die Zahl der aus Äthiopien einwandernden Personen wird von der israelischen Regierung festgelegt. Unter dem jetzigen Äthiopien-Programm der israelischen Regierung werden vermutlich weitere 8000 Falash Mura nach Israel kommen. Anschliesend wird die Alija aus Äthiopien den gleichen Kriterien unterstellt werden, wie die Alija aus anderen Ländern.
Bemerkenswert ist auch, dass im Berichtsjahr die Immigration aus Nordamerika zum dritten aufeinanderfolgenden Jahr steigende Tendenzen aufwies: Die
4070 amerikanischen Olim im abgelaufenen Jahr bedeuten gegenüber dem Jahr davor eine Zunahme um neun Prozent. Die Alija aus Frankreich und Lateinamerika stagnierte dagegen leicht. Neben Immigranten aus den USA, Russland, Frankreich oder anderen westeuropäischen Staaten registrierte die JA im Berichtsjahr auch kleine Zahlen an Olim aus Hongkong, Honduras, Vietnam, China, Thailand, Angola, Japan, Kongo, Südkorea oder Nicaragua. Natan Sharansky ist mit der Entwicklung zwar zufrieden, doch um die Zahl der Immigranten wirklich dramatisch wachsen zu lassen, müsse die jüdische Identität gestärkt werden. Das würde vor allem mehr Juden aus den USA nach Israel bringen, so der JA-Vorsitzende.