Diamonds are for ever

von Regula Rosenthal, October 9, 2008
Die in Basel vom 22.-29. März stattfindende Weltmesse für Uhren und Schmuck wird dieses Jahr an den letztjährigen spektakulären Erfolg anknüpfen. Ab 2002 wird es für die verwandten Branchen in Zürich eine eigene Messe geben. In Basel wird man sich auf den Uhren- und Schmucksektor konzentrieren. Sie wird in ganz neuer Einteilung präsentiert. Die Messe 2001 wird vor den geplanten Umstrukturierungen die letzte im alten Stil sein. Die JR konnte in einem Gespräch mit Sharon Gefen - sie ist internationale Presse-Beauftragte des Israel Diamond Institute in Tel Aviv, Israel - etwas mehr über Diamanten erfahren.
Erfolg dank weltweitem Andrang: Die Basler Uhren- und Schmuckmesse. - Foto KY

Jüdische Rundschau: Frau Gefen, wie geht es der Diamantenindustrie Israels?
Sharon Gefen: Letztes Jahr ging es uns unglaublich gut. So viel hat Israel überhaupt noch nie exportiert. Das Volumen beläuft sich auf einen 5,3-Milliarden-Dollar-Umsatz.

Jüdische Rundschau: Was sind die Gründe?
Sharon Gefen: Es ist bekannt, dass wir in Israel eines der wichtigen Zentren sind, wo Diamanten geschliffen werden. Dazu kommt, dass es dem Weltmarkt sehr gut ging. Wir bearbeiten die grösseren Steine, die dementsprechend wertvoller sind und somit auch mehr Dollarkapazitäten haben.

Jüdische Rundschau: Von wo bezieht Israel die Rohdiamanten?
Sharon Gefen: Wir beziehen 40% von De Beers und den Rest auf dem offenen Markt, aber vor allem aus Antwerpen.

Jüdische Rundschau: Es gehen viel Gerüchte um, dass sich darunter auch «Blut-Diamanten» befinden?
Sharon Gefen: Israel hat keine Diamanten, die von Rebellen aus Afrika kommen. Erst kürzlich haben wir angefangen mit Afrika zu handeln - mit dem Kongo und Angola - aber die müssen sich alle mit einem offiziellen Zertifikat ausweisen.

Jüdische Rundschau: Ist es nicht schwierig, das zu überprüfen?
Sharon Gefen: Jedes Schiff, das bei uns einläuft und Diamanten an Bord hat - auch wenn es nur Päckchen sind - wird überprüft. Sogar ein offizieller Kontrolleur der Regierung nimmt sich der Sache an, dies sogar weltweit. Wir handeln nur mit zuverlässigen «Broker». Das Syndikat stellt fest, dass keine «Blut-Diamanten» darunter sind. Die Diamantenindustrie basiert auf Vertrauen, ansonsten kann man gar keine Geschäfte mehr machen. Ein Handschlag mit einem «Mazal Uvracha» genügt - sogar die Japaner sagen das.

Jüdische Rundschau: Die meisten Gerüchte kommen aus Belgien. Sind da vielleicht einige selbst mit «Blut-Diamanten» involviert?
Sharon Gefen: Es ist sehr wichtig, dass der Konflikt gestoppt wird. Ich kann über andere nichts sagen. Es gibt aber strenge Regeln. Sollte einer erwischt werden, so verliert er sofort die Mitgliedschaft an der Diamantenbörse. Israel ist das erste Land, das Regeln über die «Blut-Diamanten» erlassen hat. In der Diamantenindustrie gelten übrigens nur 3 bis 4% als Steine kritischer Herkunft. Es gibt afrikanische Staaten, die das korrekte Diamantengeschäft zum Überleben brauchen. Israel hat ein grosses Interesse daran, dass die UN-Auflagen eingehalten werden, schliesslich hat Israel letzten September eine Zusammenkunft über dieses Thema in Tel Aviv einberufen.

Jüdische Rundschau: De Beers warb seit Jahrzehnten mit dem Spruch «Ein Diamant ist unvergänglich».
Sharon Gefen: Diamanten gelten weltweit seit Generationen als Symbol der Liebe. Man erweckt mit ihrem Kauf Emotionen und das wird immer so sein.

Jüdische Rundschau: Was haben Sie für Basel geplant?
Sharon Gefen: Am 23. März halten wir eine Pressekonferenz in Anwesenheit von Israels Botschafter in der Schweiz, Ygal Antebi, in der Messe Basel ab. Gastsprecher wird Derek Palmer, International Trade Direktor sein. Wir haben auch einen Stand. Ein Dutzend Juweliere und Händler werden in Basel anwesend sein.