Demagogie

August 27, 2009
Die Wellen im österreichischen Wahlkampf schlagen hoch: Das Jüdische Museum Hohenems (JMH) kritisierte in einem offenen Brief die ausländerfeindlichen Wahlplakate der österreichischen FPÖ.
Hanno Loewy

FPÖ-Landeschef Dieter Egger, der von der gleichen Werbeagentur vertreten wird wie Christoph Blocher, schlug zurück und wandte sich direkt gegen Hanno Loewy, Direktor des JMH, indem er sagte, den «Exiljuden aus Amerika in seinem hoch subventionierten Museum» gehe die Innenpolitik nichts an. Für seine Äusserungen, die inhaltlich falsch sind – Loewy stammt weder aus den USA noch befindet er sich im Exil – erntete Egger die Empörung aller Parteien. Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) verlangte spontan eine Entschuldigung und drohte ein Ende der Koalition mit der FPÖ an. Egger selbst zeigte sich völlig uneinsichtig, eine Entschuldigung lehnte er ab. Loewy betont, dass das Wort «Exiljude» für ihn keine Beleidigung sei – im Gegenteil. Er sieht in der Äusserung aber eine «perfide Demagogie», da er offenbar für Egger ins Exil gehöre. Der Streit hält an – Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es sich bei den Aussagen Eggers um Volksverhetzung handelt.    [VW]